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10 November 2019, 12:12
Die Auferstehung: unsere Hoffnung

Franziskus: die irdische Dimension ist nicht die einzige. Das Leben existiert dort, wo es eine Bindung, Gemeinschaft, Brüderlichkeit gibt. Das Geheimnis der Auferstehung ist das Geheimnis des Lebens. Von Armin Schwibach
Rom (kath.net/as) „Er ist doch kein Gott von Toten, sondern von Lebenden; denn für ihn leben sie alle“: Angelus am zweiunddreißigsten Sonntag im Jahreskreis. In seiner Ansprache vor dem traditionellen Mittagsgebet kommentierte Papst Franziskus das Tagesevangelium nach Lukas (Lk 20, 27.34–38).

Jesus werde von einigen Sadduzäern angesprochen, die nicht an die Auferstehung glaubten und ihn deshalb mit einer heimtückischen Frage provozierten. Sie nähmen auf einen paradoxen Fall Bezug, der auf dem mosaischen Gesetz basiere:

„Wenn ein Mann, der einen Bruder hat, stirbt und eine Frau hinterlässt, ohne Kinder zu haben, dann soll sein Bruder die Frau nehmen und seinem Bruder Nachkommen verschaffen. Nun lebten einmal sieben Brüder. Der erste nahm sich eine Frau, starb aber kinderlos. Da nahm sie der zweite, danach der dritte und ebenso die anderen bis zum siebten; sie alle hinterließen keine Kinder, als sie starben. Schließlich starb auch die Frau. Wessen Frau wird sie nun bei der Auferstehung sein? Alle sieben haben sie doch zur Frau gehabt“.

Jesus gehe nicht in die Falle und antworte: „Die aber, die gewürdigt werden, an jener Welt und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, heiraten nicht, noch lassen sie sich heiraten. Denn sie können auch nicht mehr sterben, weil sie den Engeln gleich und als Kinder der Auferstehung zu Kindern Gottes geworden sind“.

Mit dieser Antwort lade Jesus seine Gesprächspartner zuallererst ein zu denken, dass diese irdische Dimension, in der wir jetzt lebten, nicht die einzige sei, sondern dass da eine andere, nicht mehr dem Tod unterworfene sei, in der sich voll und ganz offenbaren werde, dass wir Kinder Gottes seien.

Es sei ein großer Trost und eine große Hoffnung, auf dieses einfache und klare Wort Jesu über das Leben jenseits des Todes zu hören. Wir brauchten es so sehr, besonders in unserer Zeit, „so reich an Wissen über das Universum, aber so arm an Weisheit über das ewige Leben“.

Diese klare Gewissheit Jesu in Bezug auf die Auferstehung basiere ausschließlich auf der Treue Gottes, der der Gott des Lebens sei. Tatsächlich verberge sich hinter der Frage der Sadduzäer eine tiefere: „nicht nur von wem wird die Frau von sieben Männern die Frau sein, sondern essen wird ihr Leben sein“. Es handle sich um einen Zweifel, der den Menschen aller Zeiten und auch uns berühre: „Was wird aus unserem Leben nach dieser irdischen Pilgerreise? Wird es dem Nichts, dem Tod gehören?“.

Jesus antworte, dass das Leben Gott gehöre, „der uns liebt und sich so sehr um uns kümmert, bis er seinen Namen mit unserem verbindet: er ist der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Er ist doch kein Gott von Toten, sondern von Lebenden; denn für ihn leben sie alle“.

Hier liege die Weisheit vor, die keine Wissenschaft jemals geben könne: „Hier wird das Geheimnis der Auferstehung offenbar, weil das Geheimnis des Lebens offenbar wird: das Leben existiert dort, wo es eine Bindung, Gemeinschaft, Brüderlichkeit gibt“.

Es sei ein Leben, „das stärker ist als der Tod, wenn es auf wahren Beziehungen und Bindungen der Treue aufgebaut ist“. Im Gegenteil, es gebe kein Leben, in dem man behaupten könne, nur sich selbst zu gehören und als Inseln zu leben: „in diesen Einstellungen herrscht der Tod vor“.