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05 November 2019, 13:00
Das unentgeltliche Festmahl des Herrn

Franziskus in Santa Marta: die Zusammenfassung der Heilsgeschichte und auch die Beschreibung des Verhaltens vieler Christen. Gute oder Schlechte – der Herr erwartet alle. Von Armin Schwibach
Rom (kath.net/as) „Geh zu den Wegen und Zäunen und nötige die Leute hereinzukommen, damit mein Haus voll wird. Denn ich sage euch: Keiner von denen, die eingeladen waren, wird an meinem Mahl teilnehmen“: in seiner Predigt bei der Messe am Dienstag der einunddreißigsten Woche im Jahreskreis in der Kapelle des vatikanischen Gästehaus „Domus Sanctae Marthae“ konzentrierte sich Papst Franziskus auf das Tagesevangelium nach Lukas (Lk 14,15-24): „Ein Mann veranstaltete ein großes Festmahl und lud viele dazu ein. Zur Stunde des Festmahls schickte er seinen Diener aus und ließ denen, die er eingeladen hatte, sagen: Kommt, alles ist bereit! Aber alle fingen an, einer nach dem anderen, sich zu entschuldigen“. Dieser sandte dann wieder seinen Diener hinaus: „Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und hol die Armen und die Krüppel, die Blinden und die Lahmen hierher!“.

Papst Franziskus erklärte, dass diese Geschichte eine Zusammenfassung der Heilsgeschichte und auch die Beschreibung des Verhaltens vieler Christen genannt werden könne.

„Das Mahl, das Fest, ist eine Gestalt des Himmels, der Ewigkeit mit dem Herrn“, so Franziskus. Man wisse bei einem Fest nie, wen man treffe, man lerne neue Leute kennen, man finde auch Leute vor, die man nicht sehen wolle, doch die Atmosphäre des Festes sei die der Freude und der Unentgeltlichkeit. Denn ein richtiges Fest müsse umsonst sein: „Und in diesem lädt uns unser Gott immer so ein, dass er uns keinen Eintritt bezahlen lässt. Bei echten Festen zahlt man keinen Eintritt: es zahlt der Herr, es zahlt der, der einlädt“. Aber da gebe es dann diejenigen, die trotz der Unentgeltlichkeit ihre Interessen in den Vordergrund stellten:

„Angesichts dieser Unentgeltlichkeit, dieser Universalität des Festes, gibt es jene Haltung, die das Herz einschließt: ‚Ich gehe nicht hin. Ich bin lieber allein, mit den Leuten, die ich mag, verschlossen’. Und das ist die Sünde. Die Sünde des Volkes Israel, die Sünde von uns allen. Die Verschlossenheit. ‚Nein, das ist mir wichtiger als das andere. Nein, meins’. Immer meins“.

Diese Ablehnung sei auch eine Verachtung für den Einladenden, es heiße, zum Herrn zu sagen: „Stör mich nicht mit deinem Fest“. Es bedeute, sich demgegenüber zu verschließen, „was der Herr uns anbietet: die Freude der Begegnung mit ihm“:

„Und auf dem Weg des Lebens werden wir oft mit dieser Wahl konfrontiert sein, mit dieser Option: entweder der Unentgeltlichkeit des Herrn, den Herrn aufzusuchen, dem Herrn zu begegnen oder mich in meinen Dingen und in meinem Interesse zu verschließen. Deshalb sagte der Herr, als er von einer der Verschlossenheiten sprach, dass es für einen Reichen sehr schwierig sei, in das Himmelreich einzutreten. Doch es gibt gute, heilige Reiche, die nicht an den Reichtum gebunden sind. Aber die Mehrheit hängt am Reichtum, verschlossen. Und daher können sie nicht verstehen, was das Fest ist. Aber sie haben die Sicherheit der Dinge, die sie berühren können“.

Die Reaktion des Herrn gegenüber unserer Ablehnung sei entschlossen: er wolle, dass zum Fest alle möglichen Menschen gerufen, herbeigeführt, sogar genötigt würden, Schlechte und Gute. „Alle sind eingeladen. Jeder, niemand kann sagen: ‚Ich bin schlecht, ich kann nicht...’. Nein. Der Herr erwartet dich auf besondere Weise, weil du schlecht bist“. Der Papst rief die Haltung des Vaters gegenüber dem verlorenen Sohn in Erinnerung, der nach Hause zurückkehre. Der Sohn habe zu reden begonnen, aber er lasse ihn nicht sprechen und umarme ihn. Der Herr „ist so. Er ist die Unentgeltlichkeit“.

In Bezug auf die erste Lesung aus dem Brief an die Römer (Röm 12,5-16a), in der der Apostel Paulus vor der Heuchelei warne, erklärte Papst Franziskus, dass der Herr den Juden, die Jesus abgelehnt hätten, weil sie sich für gerecht hielten, einmal gesagt habe: „Aber ich sage euch, dass Dirnen und Zöllner euch vorangehen werden im Himmelreich“. Der Herr liebe die am meisten Verachteten, doch er rufe uns. Angesichts unserer Verschlossenheit jedoch entferne er sich und werde zornig, wie das soeben verlesene Evangelium sage:

„Denken wir an dieses Gleichnis, das der Herr uns heute gibt. Wie läuft unser Leben? Was bevorzuge ich? Immer die Einladung des Herrn annehmen oder mich in meinen Dingen verschließen, in meinen kleinen Sachen? Und bitten wir den Herrn um die Gnade, es immer anzunehmen, zu seinem Fest zu gehen, das umsonst ist“.

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