11 August 2019, 08:00
Gewalt gegen Christen in 23 indischen Staaten
 
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Insgesamt 158 Fälle von Übergriffen auf Christen in Indien in sechs Monaten.

New Delhi (kath.net/ Fides)
In den ersten sechs Monaten des Jahres 2019 wurden in 23 indischen Bundesstaaten 158 Fälle von Gewalt gegen Christen gemeldet, wobei insgesamt 110 Frauen und 89 Kinder betroffen waren: dies geht aus einem Bericht des United Christan Forum (UCF) hervor, das eine Telefon-Hotline betreibt, die in Fällen der Gewalt Hilfe leistet. Bei insgesamt 130 der 158 bei der „Hotline“ gemeldeten Vorfälle handelt es sich um Angriffe oder Einschüchterungen sowie Drohungen von gewalttätigen Gruppen gegen in Kirchen oder Gebetsräumen versammelte Gläubige. "Dies bedeutet, dass die Ausübung des eigenen Glaubens in 90 Prozent des indischen Territoriums zu einer Gefahr wird ", bedauert das Forum.

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"Die ungestrafte Gewalt ist zur Normalität im Land geworden, wo keine politische Partei Position gegen solche Einschüchterungsversuche gegen religiöse Minderheiten Stellung bezieht", heißt es in der Mitteilung des UCF.

Ein weiterer beunruhigender Trend, von dem die Organisation berichtet, ist die Weigerung der Polizei, die "First Information Record" (FIR) auf den Weg zu bringen, das heißt Anzeige gegen die Täter zu erstatten. "Nur in 24 von 158 Fällen wurde Anzeige erstattet", bekräftigt das Forum. "Untätigkeit der Polizei" wird in 11 von säkularen Parteien regierten Staaten beklagt und in 12 Staaten, in denen hinduistisch geprägte Parteien regieren.

Unter den Staaten, aus denen über Gewalt gegen Christen berichtet wird, ist Uttar Pradesh weiterhin derjenige mit den meisten Vorfällen mit 32 gemeldeten Episoden der Gewalt, gefolgt von Tamil Nadu mit 31 Vorfällen.

"Der Modus operandi, der in all diesen Episoden verfolgt wird, ist immer derselbe: eine Gruppe, die meist von der Polizei begleitet wird, dringt in Gebetsversammlungen ein und aus und schlägt auf die Gläubigen, einschließlich Frauen und Kinder, ein. Dann werden die Pastoren verhaftet oder von der Polizei mitgenommen, weil ihnen betrügerische Bekehrungen vorgeworfen werden", heißt es in dem Bericht.

"Solche Fälle sind mittlerweile so weit verbreitet, dass niemand sich die Zeit nimmt, sie zu verurteilen, weder die Politiker noch die Zivilgesellschaft oder Religionsvertreter", bedauert das Forum.

Das UCF berichtet auch von einer stetigen Zunahme der Gewalt gegen Christen seit 2014: "2014 gab es ungefähr 150 Episoden der Gewalt, in den Jahren 2015 und 2016 waren es ungefähr 200. 2017 und 2018 stieg die Zahl auf 250 bzw. 300 Fälle. Im Jahr 2019 ereignen sich durchschnittlich 26 Episoden pro Monat. “

"Niemand sollte wegen seines Glaubens verfolgt werden“, sagt Tehmina Arora, Direktorin des indischen Büros der Menschenrechtsorganisation “Alliance Defending Freedom(ADF)“, die sich für den Schutz der Rechte von Christen einsetzt, „Es ist beunruhigend zu sehen, dass diese schrecklichen sektiererischen Handlungen auch nach einer Reihe von Empfehlungen des Obersten Gerichtshofs an die Regierung fortgesetzt werden. Die Polizei und die lokalen Behörden, die für Recht und Ordnung verantwortlich sind, müssen rasch gegen jeden vorgehen, der zu solcher Gewalt aufruft".

Medienberichten zufolge werden diese antichristlichen Handlungen häufig von hinduistischen extremistischen Gruppen begangen und von "religiösen Hassreden" im Internet und in sozialen Netzwerken angeheizt. Laut ADF haben die anti-christlichen Stimmungen und Handlungen in Indien zugenommen, seitdem die Bundesregierung von der hinduistischen nationalistischen Partei von Premierminister Narendra Modi geführt wurde, der 2019 seine zweite Amtszeit angetreten hat.

In Indien leben 966 Millionen Hindus, das sind 80% der insgesamt rund 1,3 Milliarden Einwohner Indiens. Außerdem gibt es 172 Millionen Muslime (ungefähr 14%) und 29 Millionen Christen (2,3%).

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