11 Juli 2019, 16:00
Die vier „Kirchenväter“ der „Kirche des epochalen Wandels“
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Wolfgang Thierse, Jens Spahn, Anselm Grün und ein Hr. Vogel stellen sich hinter "Maria 2.0" - Unsere neuen „Kirchenlehrer“ machen jedenfalls schon mal deutlich klar, auf welcher Seite sie stehen wollen - Ein Kommentar von Peter Winnemöller

Bonn (kath.net)
Kaum ist so eine Kirche aus der Taufe gehoben, finden sich auch Kirchenväter des epochalen Wandels. In einer Meldung der katholischen Nachrichtenagentur kna meldeten diese sich schon mal zu Wort und zeigten grundlegende Tendenzen auf. Dazu gehört auch die Unterstützung der in der Kirche stark kritisierten Kirchenstreikaktion unter Bezug auf Maria. Natürlich ist hier nicht das Original gemeint, sondern die sogenannte Maria 2.0. Deren Anliegen, so betont der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, müsse jeder unterstützen. Es seien dies nämlich heftige Anliegen aller, die ihre (sic!) katholische Kirche lieben. Diese Aussage kann man nur begrüßen, macht sie doch klar, wie sehr diese Maria2.0 im Kontrast zur Heiligen Jungfrau und Gottesmutter Maria steht. Maria ist die Mutter der Kirche unseres Herrn Jesus Christus. Maria2.0 ist ein Derivat der „Kirche des epochalen Wandels“.

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Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn macht sich die Unterstützung dieser einschlägigen Forderungen zu eigen. Jesus, so der Minister, habe seine Botschaft allen Menschen gleichermaßen verkündet, unabhängig vom Geschlecht und unabhängig davon, wer wen liebe. Damit will der Minister unterstreichen, dass es in der „Kirche des epochalen Wandels“ auch Priesterinnen und Ehe für alle geben solle. Die Berufung auf Jesus ist dabei recht mutig.

Dieser sah sich nämlich eher verpflichtet, ewige Wahrheiten statt neuer Errungenschaften, z.B. der Vielfalt und der Diversität, zu verkünden.

Auch der Benediktinermönch Anselm Grün bahnt lehrmäßig den Weg für die Neue Welle. Eine Theologie, die sich darauf berufe, dass Jesus Mann war und daher nur Männer Priester sein könnten, betont der Mönch, möchte nur den Status quo hochhalten. Doch diese Theologie sei unhaltbar, tritt der Benediktiner in klare Opposition zur verbindlichen Lehre der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche. In dieser hatte der heilige Papst Johannes Paul II. verkündet, dass das sakramentale Weiheamt Männern vorbehalten ist. Ob die Lehre für die Weihe von Frauen in der Kirche des epochalen Wandels schon „de fide“ ist, ist wohl unter Experten noch umstritten.

Retardierend äußerte sich der frühere SPD- Vorsitzende Vogel, der betonte, dass das Weltkirchenprinzip beachtet werden müsse. Ob damit am deutschkatholischen Wesen die Weltkirche genesen soll, ist unbekannt. Zumal er die Kirche in einer Krise sieht, auch wegen der "anhaltenden Ungleichbehandlung der Frau“. Worin diese liegt, kann an dieser Stelle nur vermutet werden. Es wird auch hier um den Erhalt der Weihe gehen.

Man erkennt sehr deutlich, wie sich hier in bester reformatorischer Tradition die Politik der neuen kirchlichen Gemeinschaft bemächtigt und ihr den gesellschaftlich erwünschten Stempel aufdrückt. Zwar wiederholt sich Geschichte nicht, wir haben keine Kaiser und kein römisches Reich mehr, aber historische Parallelen kann ziehen, wer aufmerksam hinschaut. Ebenfalls erkennt man die Muster der Kontraste, zwischen denen sich später auf dem synodalen Weg der epochale Wandel bewegen wird. Da steht der eher mutig offensiv Voranschreitende, dem eher zurückhaltend retardierenden Begrenzer gegenüber. Wer aufmerksam ist, erkennt, dass es dem Grunde nach nur Nebelkerzen sind, hinter denen sich die wahren Absichten verbergen. Es geht darum, so lange wie möglich, den Eindruck einer wie auch immer gearteten Spaltung zu vermeiden. Darin liegt die unbedingt zu nutzende Chance, immer wieder die Gefahr aufzuzeigen, um vielleicht die Spaltung noch zu verhindern. Eine Einheit hat nur in der Wahrheit bestand.

An der Frage der Frauenweihe, das zeichnet sich nun immer stärker ab, wird die Scheidelinie sein. Wer wird es tun, wer wird es nicht tun? Wer wird um jeden Preis darum kämpfen und mit welchen politischen Mitteln und welchem Druck wird man operieren? Wer wird am Ende zu der Wahrheit stehen, dass Ordinatio sacerdotalis de fide ist? Noch ist eine Rückkehr zu einer Einheit in Wahrheit möglich. Eines Tages werden sich die Strukturen verselbständigt haben. Dann ist es zu spät. Unsere neuen „Kirchenlehrer“ machen jedenfalls schon mal deutlich klar, auf welcher Seite sie stehen wollen. Ob es den Frauen von Maria 2.0 nicht viel zu paternalistisch ist, jetzt wieder von Männern protegiert zu werden, wird sich ebenfalls zeigen. Wir harren dann mal der kommenden „Kirchenmütter“.

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