12 Dezember 2018, 12:01
Das Vaterunser – kühnes Gebet voll Vertrauen
 
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Franziskus: das Vaterunser ist in der konkreten Lebenswirklichkeit des Menschen verwurzelt. Der Glaube ist keine Dekoration, die mit dem eigentlichen Leben nichts zu tun hat. Glauben bedeutet, um Hilfe zu rufen. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) „Darum sage ich euch: Bittet und es wird euch gegeben; sucht und ihr werdet finden; klopft an und es wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. Oder welcher Vater unter euch, den der Sohn um einen Fisch bittet, gibt ihm statt eines Fisches eine Schlange oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten“ (Lk 11,9-13).

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Papst Franziskus setzte bei der heutigen Generalaudienz seine vor einer Woche begonnene Katechesenreihe zum Vaterunser fort. Die zweite Katechese stand unter dem Thema: „Ein Gebet, das voll Vertrauen bittet“.

Das Vaterunser sei ein kurzes und kühnes Gebet. Wahrscheinlich würde niemand wagen, so der Papst, so zu Gott zu beten, wenn Jesus es uns nicht selbst gelehrt hätte. Die Siebenzahl der Bitten zeige nach dem Verständnis der Bibel Fülle an. Der Herr lade die Jünger ein, sich stets vertrauensvoll an Gott zu wenden, ohne Umschweife und besondere Anreden, sondern einfach mit dem Wort „Vater“, dem Ausdruck kindlichen Vertrauens.

Das Vaterunser sei in der konkreten Lebenswirklichkeit des Menschen verwurzelt, wie z.B. die Bitte um das tägliche Brot zeige. Das Gebet setze beim Leben selbst und seinen Fragen an. Denn der Glaube „ist keine Dekoration, die mit dem eigentlichen Leben nichts zu tun hat“.

Jesus blende im Gebet das Menschliche nicht aus. Er wolle nicht, dass wir Bitten und Anliegen unterdrückten, sondern dass jedes Leid, jede Sorge sich zum Himmel erhebe und zum Dialog werde.

Glauben bedeute, um Hilfe zu rufen: „denken wir an den blinden Bartimäus, wie er gläubig den Herrn anfleht, ohne sich von den Umstehenden davon abhalten zu lassen. Sein Vertrauen in den Herrn ist stärker“.

Natürlich hätten die Gläubigen auch das Bedürfnis, Gott zu preisen Die Evangelien gäben den Ausruf der Freude wieder, die aus dem Herzen Jesu ausbreche, voll Erstaunen und Dankbarkeit gegenüber dem Vater (vgl. Mt 11,25-27). Die ersten Christen hätten sogar das Bedürfnis gehabt, dem Text des Vaterunser eine Doxologie hinzuzufügen: „Weil Dein ist die Macht und die Ehre in Ewigkeit“ (Didache - Apostellehre 8, 2).

Keiner von uns sei jedoch verpflichtet, die Theorie zu akzeptieren, die jemand in der Vergangenheit vorgebracht habe, das Bittgebet sei eine schwache Form des Glaubens, während das authentischste Gebet reiner Lobpreis wäre, das Gebet, das Gott ohne die Last einer Bitte suche. Gott sei der Vater, der unendliches Mitleid mit uns habe. Gott sei Vater und möchte, dass seine Kinder ohne Angst ihm alles sagen könnten, auch das, was im Leben verdreht und unverständlich sei. Und er habe uns versprochen, dass er für immer bei uns bleiben werde, „bis zu den letzten Tagen, die wir auf dieser Erde verbringen“.


Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Herzlich heiße ich die Pilger deutscher Sprache willkommen. Besonders grüße ich die Delegation der Österreichischen Parlamentarier, die anlässlich des 200-Jahr-Jubiläums des Weihnachtsliedes „Stille Nacht“ gekommen sind. In seiner tiefen Schlichtheit lässt uns dieses Lied das Geschehen der Heiligen Nacht begreifen. Jesus, der Retter, der in Betlehem geboren wurde, offenbart uns die Liebe Gottes des Vaters. Ihm wollen wir unser ganzes Leben anvertrauen. Gesegnete Adventszeit euch allen.



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