05 Dezember 2018, 12:04
Herr, lehre uns beten!
 
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‚Jesus betete wie alle’. Papst Franziskus beginnt eine neue Katechesenreihe zum Gebet des Vaterunsers. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) „Und es geschah: Jesus betete einmal an einem Ort; als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger beten gelehrt hat!“ (Lk 11,1)

Generalaudienz in der ersten Woche des Advents. Papst Franziskus begann eine neue Katechesenreihe zum Vaterunser. Die erste Katechese stand unter dem Thema: „Lehre uns beten!“.

Alle Evangelien charakterisierten Jesus als einen Mann des Gebetes. Immer wieder berichteten sie vom Bedürfnis Jesu, sich zum Gebet zurückzuziehen. Nicht die wechselnden Erwartungen der Menschen bestimmten sein Handeln, sondern vor allem seine tiefe Beziehung zum Vater.

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Der Messias „predigt und heilt. Die antiken Prophezeiungen und Erwartungen so vieler leidender Menschen würden verwirklicht: Jesus ist der nahe Gott, der Gott, der uns befreit“.

Seit der ersten Nacht in Kafarnaum erweise er sich als ursprünglicher Messias. Im der letzten Teil der Nacht, als sich die Morgendämmerung ankündige, suchten ihn die Jünger, aber sie könnten ihn nicht finden. Bis Petrus ihn schließlich an einem abgelegenen Ort finde, völlig im Gebet versunken.

Besonders an seinem nächtlichen Gebet im Garten Getsemani werde deutlich, dass das beständige Hören auf den Vater für Jesus das Entscheidende sei. Dieses Gebet im Angesicht des Todes „war gewiss kein einfaches Gebet, aber es gab ihm die Kraft, seinen Weg, den Kreuzweg, zu gehen“.

Jesus habe gebetet: bei Gottesdiensten gemeinsam mit den Angehörigen seines Volkes, aber auch an einsamen Orten, die ihm erlaubten, in das Geheimnis seiner Seele hinabzusteigen. Jesus „betete wie alle, und doch muss an seiner Art zu beten etwas von seiner einzigartigen Beziehung zum Vater auch für die anderen spürbar gewesen sein, so dass sie in baten: 'Herr, lehre uns beten' (Lk 11,1)“.

Auch wenn wir vielleicht seit vielen Jahren beteten, müssten wir immer lernen. Das Gebet des Menschen, „diese Sehnsucht, die so natürlich aus seiner Seele geboren wurde, ist vielleicht eines der dichtesten Geheimnisse des Universums“. Und wir wüssten nicht einmal, ob die Gebete, die wir an Gott richteten, tatsächlich diejenigen seien, die er hören wolle.

Die Bibel gebe uns auch Zeugnis von unangemessenen Gebeten, die schließlich von Gott abgelehnt würden: „Denken wir nur an das Gleichnis vom Pharisäer und dem Zöllner. Nur der letztere kehrt aus dem Tempel gerechtfertigt nach Hause zurück“. Der erste Schritt des Gebets sei die Demut.

Jesus gehe auf ihre Bitte ein und lasse die Menschen damit teilhaben an seiner Gemeinschaft mit dem Vater. Weil wir nicht immer wüssten, wie wir in rechter Weise beten sollen, „wollen wir zu Beginn dieses Katechesenzyklus bitten: Herr, lehre uns beten!“.


Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Einen adventlichen Gruß richte ich an die Pilger deutscher Sprache. Wir gehen auf Weihnachten zu. Gott wurde Mensch. In Jesus ist er in die Welt gekommen, um unser Leben zu teilen. Durch das Gebet wollen wir diese Beziehung lebendig erhalten. Der Herr schenke euch dazu seinen Heiligen Geist.



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