30 November 2018, 13:00
Die notwendige Kohärenz des Christseins
 
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Franziskus in Santa Marta: Verkündigung und Mission – jenseits von Strukturen des Marketings und des Proselytismus. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Freitag der 34. Woche im Jahreskreis, Fest des heiligen Apostels Andreas. Wie die Apostel Petrus, Andreas, Jakobus und Johannes „wollen wir alles hinter uns lassen, was uns daran hindert, bei der Verkündigung des Zeugnisses Christi voranzuschreiten“. Dies betonte Papst Franziskus in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“. Der Papst lud auch dazu ein, „der Kirche von Konstantinopel, der Kirche des heiligen Andreas nahe zu sein und für die Einheit der Kirche zu beten“.

In seiner Predigt mahnte der Papst, „jene Haltung, jene Sünde, jenes Laster", das jeder von uns in sich habe, beiseite zu legen, um „kohärenter“ zu sein und Jesus zu verkündigen, damit „die Menschen glauben“ und dies mit unserem Zeugnis tun. Der Papst betrachtete die erste Lesung (Röm 10,9-18), in der der heilige Paulus erkläre, wie der Glaube aus dem Hören stamme und das Hören das Wort Christi betreffe.

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Franziskus rief so in Erinnerung, dass „die Verkündigung des Evangeliums wichtig ist“, die Verkündigung, „dass Christus uns gerettet hat, dass Christus gestorben ist, dass er für uns auferstanden ist“. Die Verkündigung Jesu Christi solle in der Tat nicht nur „eine einfache Nachricht“ überbringen, sondern „die einzige große Gute Nachricht:

„Das ist keine Arbeit der Werbung, Werbung für einen sehr guten Menschen machen, der Gutes getan hat, der viele Menschen geheilt und uns schöne Dinge gelehrt hat. Nein, das ist keine Werbung. Es heißt auch nicht, Proselytismus zu betreiben. Wenn jemand von Jesus Christus spricht, von Jesus Christus predigt, um Prosleytismus zu betreiben, nein, das ist keine Verkündigung Christi: das ist eine Arbeit, die Arbeit eines Predigers, die von der Logik des Marketings getragen wird. Was ist die Verkündigung Christi? Sie ist weder Proselytismus noch Werbung oder Marketing: sie geht darüber hinaus. Wie kann das verstanden werden? Es heißt vor allem anderen, gesandt zu sein“.

Also „zur Mission“ gesandt zu sein, in der „man sein eigenes Leben mit ins Spiel bringt“. Der Apostel, der Gesandte, der „die Verkündigung Jesu Christi fortführt“, so Franziskus, „tut dies, vorausgesetzt, er bringt sein eigenes Leben, seine Zeit, seine Interessen, sein eigenes Fleisch ins Spiel“. Der Papst erinnerte an ein argentinisches Sprichwort, das laute, dass man „sein Fleisch auf den Rost legen“, das heißt sich selbst ins Spiel bringen muss:

„Diese Reise, sich zur Verkündigung aufzumachen und dabei das Leben einzusetzen, weil ich mein Leben aufs Spiel setze, mein Fleisch – diese Reise – hat nur die Fahrkarte zur Hinfahrt, nicht der Rückfahrt. Zurückkehren ist Apostasie. Verkündigung Jesu Christi mit dem Zeugnis. Zeugnis bedeutet, sein Leben aufs Spiel zu setzen. Was ich sage, mache ich“.

Um Verkündigung zu sein, müsse das Wort ein Zeugnis sein, wiederholte der Papst. Jene Christen, die sagten, sie seien es und die dann „wie Heiden, wie Ungläubige“ lebten, als ob sie keinen „Glauben“ hätten: jene Christen seien ein Skandal. Franziskus lud zu „Kohärenz zwischen dem Wort und dem eigenen Leben ein: das heißt Zeugnis“. Der Apostel, der Verkünder, „derjenige, der das Wort Gottes bringt, ist ein Zeuge“, der sein Leben „bis zum Ende“ aufs Spiel setze und auch ein Märtyrer sei.

Andererseits sei es Gottvater gewesen, der, um sich kennenlernen zu lassen, „seinen Sohn ins Fleisch gesandt und sein eigenes Leben riskiert hat“. Eine Tatsache, die „großes Ärgernis erregt“, weil Gott „einer von uns“ geworden sei, auf der Reise „mit nur einer einzigen Fahrkarte“:

„Der Teufel versuchte, ihn zu überzeugen, einen anderen Weg einzuschlagen, und er wollte es nicht, er tat den Willen des Vaters bis zum Ende. Und seine Verkündigung muss denselben Weg gehen: das Zeugnis, denn er war der Zeuge des Vaters, der Fleisch geworden ist. Und wir müssen Fleisch werden, das heißt: Zeugen werden, tun, tun, was wir sagen. Und dies ist die Verkündigung Christi. Die Märtyrer sind diejenigen, die zeigen, dass die Verkündigung wahr war. Männer und Frauen, die ihr Leben gaben – die Apostel gaben ihr Leben – mit dem Blut. Aber auch viele Männer und Frauen, die in unserer Gesellschaft und in unseren Familien verborgen sind und die jeden Tag in Stille Zeugnis von Jesus Christus ablegen, jedoch mit ihrem Leben, mit der Kohärenz, das zu tun, was sie sagen“.

Wir alle nähmen mit der Taufe die Mission an, Christus zu verkünden: zu leben, „wie Jesus uns gelehrt hat“, „im Einklang mit dem, was wir predigen“. So werde die Verkündigung fruchtbar sein. Wenn wir stattdessen „ohne Kohärenz“ lebten, „wenn wir etwas sagen und etwas anderes Gegenteiliges tun“, werde das Ergebnis das Ärgernis sein. Und das Ärgernis, das Christen gäben, „tut schadet dem Volk Gottes so sehr“.

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