08 November 2018, 08:00
China: Vier katholische Untergrund-Priester in Polizeigewahrsam
 
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Diese katholischen Priester verweigern laut Medienberichten ihre Registrierung bei der regimetreuen Staatskirche

Rom (kath.net/KAP) Vier katholische Priester aus der im Umland Pekings liegenden chinesischen Provinz Hebei sind laut Medienberichten in Polizeigewahrsam genommen worden. Die der Untergrundkirche zugerechneten Geistlichen hätten ihre Registrierung bei der sogenannten "Patriotischen Vereinigung" - der von der kommunistischen Regierung, nicht aber vom Vatikan anerkannten katholischen Gemeinschaft in China - verweigert, berichtete das katholische Nachrichtenportal "AsiaNews" am Montag. Einer der Priester sei in Form eines behördlichen Hausarrests isoliert worden.

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Der Vorfall kommt nur Wochen nachdem der Vatikan und China ein Abkommen über die Bischofsernennungen in China geschlossen hatten. Seither betreibe die "Patriotische Vereinigung" gemeinsam mit der chinesischen Einheitsfront, die die nicht-kommunistischen Gruppen der chinesischen Gesellschaft vereint, laut "AsiaNews" eine "Kampagne, um alle Priester daran zu erinnern, dass die Kirche in China trotz der Vereinbarung unabhängig ist". Dazu würden u.a. alle Untergrund-Priester, die noch nicht der Patriotischen Vereinigung angehören, zur Mitgliedschaft verpflichtet.

Dem Bericht zufolge streben zwar viele Priester aus dem Untergrund eine Anerkennung durch die chinesische Regierung an, wollen jedoch nicht der Staatskirche angehören, deren Statuten "unvereinbar" mit der katholischen Lehre seien, wie der damalige Papst Benedikt XVI. 2007 in einem Brief an die chinesischen Katholiken festgestellt hatte. Papst Franziskus berührte in einem ähnlichen Brief im September das heikle Thema nicht. Laut "AsiaNews" sei die vatikanische Position dazu jedoch unverändert.

Sowohl in Hebei als auch in der südlich angrenzenden Nachbarprovinz Henan nimmt indes der Druck auf katholische und christliche Gemeinschaften zu. So seien zahlreiche Kreuze und Statuen von Kirchen in den vergangenen Wochen im Namen einer "Sinisierung" des Glaubens zerstört worden, berichtete das Nachrichtenportal. Erst am 1. November wurde in der Stadt Shangcai das Kreuz eines Glockenturmes zerstört und die Kirche verschlossen, sodass hier keine Gottesdienstfeiern mehr möglich sind.

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