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08 Oktober 2018, 12:00
Das peinliche BDKJ-Statement bei der Jugendsynode

Ein Herumschleimen am gesellschaftlichen Mainstream westlich-hedonistischer Gesellschaften bringt die Synode sicher nicht voran - Der Montagskick von Peter Winnemöller

Rom (kath.net)
Sowas bringt die Synode nicht voran
Es klingt wie die Chance des Lebens, als Katholik einmal im Vatikan als Auditor bei einer Synode gehört zu werden. Für gewöhnlich werden Laien dazu gebeten, wenn sie hochkarätige Fachleute zu einem Thema sind. Die Auditoren beraten die Bischöfe bei Synoden in Sachfragen. Solch eine Chance, vom Papst und den Synodenvätern gehört zu werden, hatte der Bundesvorsitzende des BDKJ, Thomas Andonie, in der vergangenen Woche. Nach eigenen Angaben vertritt der Dachverband der katholischen Jugendverbände 660.000 Jugendliche. Faktisch ist die katholische Jugend nach dem erfolgten Statement international blamiert.

Verständlich ist, dass ein Funktionär, der als Auditor bestellt wird, auch seinen Verband vertritt und nicht als Privatperson spricht. Entscheidend aber ist vor allem, dass ein Auditor als Sachverständiger angesehen und angehört werden soll. Die Bischöfe suchen als Synodenväter den Rat derer, die von einer Sache deutlich mehr verstehen als sie selbst. Ein Jugendfunktionär sollte also durchaus von den großen Fragen und Problemen der Jugend etwas verstehen. Weit gefehlt, wie sich zeigen sollte.

Die jetzt tagende Bischofssynode soll sich exakt mit den wesentlichen Fragen der Jugend beschäftigen. Da gibt es einige Probleme, die weltweit sicher unterschiedlich sind, manches dürfte mindestens ähnlich sein. Und so sollen die Auditoren ihre Sicht darlegen. Was nun sind nach Darstellung des BDKJ die vorrangigen Probleme der katholischen Jugend in Deutschland? Frauenpriestertum, freier Sex vor der Ehe und niederschwelliger Zugang zu geistlichen Berufen. Die Deutsche Bischofskonferenz hat das peinliche Statement von Thomas Adonie auf ihrer Webseite veröffentlicht.

Es ist durchaus nichts neues, dass der BDKJ sowohl in den Diözesen als auch auf Bundesebene eine eher links angesiedelte Politik betreibt und mit den Inhalten des Glaubens der Kirche nicht allzu viel anzufangen weiß. Es ist bekannt, dass der BDKJ unter anderem eine konträre Position zur Sexualmoral der Kirche einnimmt. Die Priesterweihe für Frauen wird dort selbstverständlich auch für möglich gehalten. So stellt sich natürlich auch die Frage, wer auf die glorreiche Idee gekommen ist, ausgerechnet einen BDKJ – Funktionär als Auditor nach Rom zu schicken. Man kann nicht umhin, feststellen, dass es ganz offensichtlich so gewollt sein muss. Sonst wäre es nicht geschehen.

Hätte man an Stelle eines BDKJ- Funktionärs einen tatsächlich kirchlich gebundenen gläubigen Jugendlichen oder jungen Erwachsenen sprechen lassen, dann sähe das Statement deutlich anders aus. Ein paar mögliche Beispiele seien genannt: Jugendliche fehlen in den Gemeinden. Warum?

Der jungen Generation wird seit Jahrzehnten die Katechese verweigert. Aus welchem Grund? Junge Menschen werden nicht wirklich und nachhaltig an die Sakramente Beichte und Eucharistie herangeführt. Die Erstkommunionvorbereitung ist ein Witz, die Firmvorbereitung eine katholische Lachnummer. Wieso ist das so?

Das wären drei exemplarisch mögliche Themen gewesen, die den Bischöfen ernsthaft etwas zu denken gegeben hätte. So sähe eine wirkliche Herausforderung für die Synode aus. Und wer Zweifel hat, ob denn das wirklich die Probleme der jungen Katholiken sind, höre sich mal in geistlichen Bewegungen und Gemeinschaften um.

Ein Herumschleimen am gesellschaftlichen Mainstream westlich-hedonistischer Gesellschaften bringt die Synode sicher nicht voran. Die Positionen des BDKJ sind im deutschen Episkopat hinlänglich bekannt. Man hat sich so entschieden. Jetzt bleibt es Jugendlichen aus anderen Ländern vorbehalten die eigentlichen Probleme anzusprechen und damit dann auch die Fragen der deutschen katholischen Jugendlichen zu vertreten. Blöd gelaufen.