05 Oktober 2018, 11:30
Das sind falsche Schmeicheleien!
 
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In Wahrheit sind junge Leute nur zu oft Produkte ihrer Zeit - Exklusiv auf kath.net in deutscher Sprache: Der Redebeitrag von Erzbischof Charles Chaput bei der Jugendsynode

Rom (kath.net)
Liebe Brüder, Vor drei Jahren, wurde ich in den ständigen Rat der Synode gewählt. Damals hat man mich, und die anderen Mitglieder gebeten, Themen für diese Synode vorzuschlagen. Mein Rat war, sich auf den Psalm 8 zu konzentrieren. Wir alle kennen den Text: „Seh ich deine Himmel, die Werke deiner Finger, Mond und Sterne, die du befestigt: Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?“

Wer sind wir, als Geschöpfe? Was heißt es Mensch zu sein? Warum sollten wir uns einbilden, überhaupt eine spezielle Würde zu besitzen? – all dies sind die ständigen Fragen, die hinter all unseren Ängsten und Konflikten stecken. Und die Antwort darauf, können wir nicht in Ideologien oder Sozialwissenschaften finden, sondern nur in der Person Jesu Christi, dem Retter der Menschen. Das heißt natürlich, dass wir zuerst einmal, in tiefster Weise, verstehen müssen, warum wir überhaupt gerettet werden müssen.

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Wenn wir nicht genug Zuversicht haben, um ohne zu Zögern und ohne Entschuldigungen für jede Generation, Jesus Christus zu verkünden, dann ist die Kirche nur mehr ein weiterer Verfechter von ethischer Frömmigkeit, welche die Welt nicht braucht.

In diesem Licht, habe ich das Kapitel 4 des Instrumentum Laboris, Paragraphen 51-63, mit großem Interesse gelesen. Das Kapitel beschreibt sehr gut die anthropologischen und kulturellen Herausforderungen, mit denen unsere jungen Leute konfrontiert sind. Es ist sowieso eine allgemeine Qualität des Instrumentum Laboris, die Probleme der heutigen Zeit zu beschreiben und festzustellen, dass die jungen Menschen Begleitung brauchen, wenn sie diesen Problemen gegenüber stehen. Aber ich glaube, dass Paragraph 51 in die Irre führen könnte, wenn es die jungen Leute als „Wachposten und Seismografen jeder Epoche” bezeichnet. Das sind falsche Schmeicheleien, und sie verschleiern einen Verlust des Vertrauens der Erwachsenen in die fortschreitende Schönheit und die Kraft des Glaubens, den wir empfangen haben.

In Wahrheit sind junge Leute nur zu oft Produkte ihrer Zeit, teilweise geprägt von den Worten, der Liebe, dem Vertrauen und dem Zeugnis ihrer Eltern und Lehrer, aber auch noch tiefer von der Kultur, die einerseits sehr anziehend und andererseits im Wesentlichen atheistisch ist.

Die Älteren der Gemeinschaft des Glaubens haben die Aufgabe, die Wahrheit des Evangeliums, unbeschadet von Kompromissen oder Deformationen, von Generation zu Generation weiter zu geben. Doch meine Generation von Leitern in unseren Familien und der Kirche, hat nur zu oft diese Verantwortung abgegeben, und das aufgrund einer Kombination von Unwissenheit, Feigheit und Faulheit, wenn es darum geht junge Menschen dazu auszubilden, den Glauben in die Zukunft hinaus zu tragen. Junges Leben zu prägen ist harte Arbeit angesichts einer feindlichen Kultur. Die Missbrauchskrise des Klerus ist gerade eine Konsequenz der Selbstgefälligkeit und der Verwirrung, die in der Kirche zu meinen Lebzeiten Einzug gehalten haben, sogar unter denen, die damit beauftragt sind zu lehren und zu leiten. Und Minderjährige – unsere jungen Leute – haben den Preis dafür bezahlt.

Und zum Schluss noch – was die Kirche als wahr erachtet wenn es um menschliche Sexualität geht, ist kein Hinderniss! Es ist der einzig wahre Weg zur Freude und zur Unversehrtheit. Es gibt keine „LGBTQ Katholiken“ (lesbische, schwule, bi-sexuelle, trans-sexuelle Katholiken) oder „heterosexuelle Katholiken“, als ob unsere sexuelle Anziehung definiert wer wir sind; als ob diese Aufzählung unbeachtete Gruppen mit verschiedenen Ansichten, aber gleichberechtigter Integrität in der wahren kirchlichen Gemeinschaft, beschreiben würde. Im Leben der Kirche war dies nie die Wahrheit und es ist auch jetzt nicht die Wahrheit! Daraus folgt, dass „LGBTQ“ oder ähnliche Ausdrücke, nicht in Kirchendokumenten verwendet werden sollten, denn wenn diese verwendet werden, dann lässt dies darauf schließen, dass es sich hier um echte und autonome Gruppen handelte. Doch die Kirche kategorisiert Menschen einfach nicht auf diese Weise!

Die Erklärung warum die katholische Sexuallehre wahr ist und warum sie unsere Würde anhebt und barmherzig ist, erscheint wesentlich in jeder Diskussion über anthropologische Probleme. Und doch fehlt sie leider in diesem Kapitel und in diesem Dokument. Ich hoffe, dass dies durch die Überarbeitungen der Synoden-Väter geändert werden kann.

COPYRIGHT der Übersetzung by KATH.NET / Stefanie Schelch.

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