08 August 2018, 10:00
Twitter-Chef: Zensur ein Beitrag zur ‚gesunden Konversation’?
 
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Eine Studie zeigte, dass konservative Inhalte und Personen auf Twitter deutlich weniger präsent und schwerer auffindbar waren, als linksliberale.

San Francisco (kath.net/LifeNews/jg)
Ist die Zensur der Inhalte von Konservativen und Lebensschützern ein Beitrag zu einer „gesunden Konversation“? Diesen Eindruck vermittle jedenfalls die Stellungnahme von Jack Dorsey, des Geschäftsführers des Kurznachrichtendienstes Twitter, zum Vorwurf, sein Unternehmen würde die Präsenz bestimmter Inhalte und Personen bewusst verringern, schreibt Corinne Weaver von LifeNews.

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Dieses im Englischen als „shadow ban“ bezeichnete Vorgehen führt dazu, dass Nachrichten mit konservativen Inhalten und konservative Personen auf der Plattform kaum aufscheinen und auch mittels Suchfunktion schwer oder nicht zu finden sind.

Der linksliberale Internet-Nachrichtendienst VICE News hat Ende Juli eine Studie veröffentlicht, die diesen „shadow ban“ beispielsweise bei Politikern der Republikanischen Partei nahelegt. Unter den Betroffenen sind Abgeordnete zum Repräsentantenhaus und Ronna McDaniel, die Vorsitzende der Republikanischen Parteiorganisation. Diese würden bei den Suchergebnissen nicht auftauchen, Personen aus dem progressiven Lager hingegen schon, berichtete VICE.

Dorsey antwortete darauf mit einer Twitternachricht, in welcher er in die Offensive ging. Offenbar auf den Artikel von VICE Bezug nehmend, sprach er davon, dass Maßnahmen des Unternehmens für gesunde Konversation, insbesondere solche, die als „shadowbanning“ auf Grund von Inhalten oder Ideologie wahrgenommen würden, nun zum Thema gemacht würden.

Ohne näher auf die Vorwürfe einzugehen, schrieb er weiter, das Unternehmen habe noch viel Arbeit vor sich, um das Vertrauen der Menschen zu verdienen.

Kayvon Beykpour, der im Vorstand von Twitter für die Produkte zuständig ist, sprang seinem Chef bei und versuchte, die Ergebnisse der von VICE zitierten Studie zu erklären. Er sprach von „neuen Algorithmen“, die das Unternehmen im Mai neu eingeführt habe, „um die Gesundheit der Konversationen zu verbessern“ („to improve the health of the conversation“) und das Twittererlebnis aller Teilnehmer zu verbessern. Er behauptete, die Algorithmen würden die politischen Ansichten und Inhalte von Twitternachrichten nicht berücksichtigen, was den Ergebnissen der Studie direkt widerspricht.

Beykpour räumte ein, dass bestimmte Konten nicht vorgeschlagen wurden, selbst wenn deren Namen eingegeben wurden. Die von Twitter verwendeten „Verhaltenssignale“ hätten dies verursacht und dazu geführt, dass Suchergebnisse nicht korrekt angezeigt würden. Er versprach eine Änderung, die das Problem beheben würde. Tatsächlich waren die vom „shadow ban“ betroffenen konservativen Konten und Inhalte am nächsten Tag ebenso leicht auffindbar wie alle anderen.


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