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09 Juli 2018, 11:30
Eigentor von Kardinal Farrell

Innerkirchliche Kritik an Äußerung des Präfekten des päpstlichen Dikasteriums für Laien, Familie und Leben, wonach Priester „keine Glaubwürdigkeit“ bei der Ehe-Vorbereitungen hätten und deshalb Ehepaar die Ehevorbereitung übernehme
Vatikan (kath.net) Die Äußerungen von Kardinal Kevin Farrell, dem Präfekt des päpstlichen Dikasteriums für Laien, Familie und Leben (Foto), wonach Priester „keine Glaubwürdigkeit“ bei der Ehe-Vorbereitungen hätten und deshalb Ehepaar die Ehevorbereitung übernehmen sollten, stößt innerkirchlich auf deutliche Kritik. Edmund Adamus, der ehemalige Direktor des Instituts für Ehe und Familie der Erzdiözese Westminster in England, äußerte gegenüber CNA: "Während meines 30-jährigen Dienstes für Ehe und Familie in der Kirche habe ich den Beitrag des Priesters bei dieser Arbeit immer außerordentlich wertvoll bei der Vorbereitung der Paare auf die Ehe als bei der Unterstützung der Eheleute in schwierigen Zeiten empfunden."

Scharfe Kritik gibt es auch von P. Thomas Petri, den Vize-Präsidenten des Päpstlichen Instituts der Unbefleckten Empfängnis in Washington DC. "Sollen wir denn ab jetzt auch sagen, dass das große Buch von Karol Wojtyla 'Liebe und Verantwortung' keine Glaubwürdigkeit hat? Oder wie sollen denn die Gläubigen auf das Schreiben Amoris Laetitia des Heiligen Vaters reagieren, bei dem es genau um das Thema geht?"

Kritik kommt auch aus Irland. P. William Dailey, Direktor des Notre Dame-Newman Zentrum für Glaube und Vernunft in Dublin, vertrat gegenüber CNA, dass die Äußerungen des Kardinals die Anstrengungen von so vielen Priestern, die mit Liebe und Hingabe daran arbeiten, die Ehepaare zu formen, untergaben.

Der US-Bischof Thomas J. Tobin fragt schließlich auf Twitter, ob Farrell mit seinen Äußerungen nicht seine eigene Position untergrabe. "Es scheint fair zu fragen, ob einer dem Zölibat verpflichteter Kleriker genügend ‚Glaubwürdigkeit‘ habe, ein Dikasterium zu leiten, dass sich den Laien, der Familie und dem Leben verpflichtet."