12 Juni 2018, 13:00
Salz und Licht – das Zeugnis des Christen
 
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Franziskus in Santa Marta: die Anonymität des christlichen Zeugnisses. War ich heute Salz? War ich heute Licht? Das ist die Heiligkeit aller Tage. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Salz und Licht für die Anderen sein, ohne sich dafür eigene Verdienste zuzuweisen: das ist „das einfache und übliche Zeugnis“, die „Heiligkeit aller Tage“, zu der der Christ berufen ist. Dies unterstrich Papst Franziskus in seiner Predigt zum Tagesevangelium bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Dienstag der zehnten Woche im Jahreskreis:

„Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr, außer weggeworfen und von den Leuten zertreten zu werden. Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht eine Leuchte an und stellt sie unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; dann leuchtet sie allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen“(Mt 5,13-16).

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Das größte Zeugnis des Christen besteht für den Papst darin, das Leben hinzugeben, wie dies Jesus getan habe, das heißt im Martyrium. Doch es gebe dann eben dieses andere Zeugnis, das Zeugnis aller Tage, „das am Morgen beginnt, wenn man wach wird, und das am Abend endet, wenn man schlafen geht“.

„Das scheint wenig zu sein“, so Franziskus, aber der Herr „wirkt Wunder mit unseren wenigen Dingen, er wirkt Wundersames“. Daher sei es notwendig diese Haltung der „Demut“ einzunehmen, die darin bestehe, nur danach zu trachten, Salz und Licht zu sein:

„Salz für die anderen, Licht für die anderen, denn das Salz verleiht nicht sich selbst Geschmack, es ist immer im Dienst. Das Licht erleuchtet nicht sich selbst, es ist immer im Dienst. Salz für die anderen. Kleines Salz, das für das Essen dienlich ist, doch klein. Im Supermarkt wird das Salz nicht tonnenweise verkauft, nein... In kleinen Säckchen. Das ist ausreichend. Und dann rühmt sich das Salz nicht seiner selbst, weil es nicht sich selbst dient. Es ist immer da, um den anderen zu helfen: um zu helfen, die Dinge zu konservieren, die Dinge zu würzen. Einfaches Zeugnis“.

Alltägliches Christsein also bedeute, wie das Licht zu sein, das „für die Leute ist, das dazu da ist, um in den finsteren Stunden zu helfen“:

„Der Herr spricht so: ‚Du bist Salz, du bist Licht’ – ‚Ach, richtig! Herr, so ist es. Ich werde viele Leute zur Kirche führen und ich werde...’ – ‚Nein, so wirst du es erlangen, dass die anderen den Vater sehen und verherrlichen. Dir wird kein Verdienst zugewiesen werden’. Wenn wir essen, dann sagen wir nicht: ‚gut ist das Salz’. Wenn wir in der Nacht nachhause gehen, dann sagen wir nicht: ‚gut ist das Licht’, nein. Wir ignorieren das Licht, doch wir leben mit jenem Licht, das erleuchtet. Das ist eine Dimension, die dazu führt, dass wir Christen im Leben anonym sind“.

„Wir sind nicht Protagonisten unserer Verdienste“, so Franziskus abschließend. Daher dürfe man nicht so handeln wie jener Pharisäer, der dem Herrn danke und dabei denke, heilig uu sein:

„Und ein schönes Gebet für uns alle am Ende des Tages würde darin bestehen, sich zu fragen: ‚War ich heute Salz? War ich heute Licht?’. Das ist die Heiligkeit aller Tage. Der Herr helfe uns, das zu verstehen“.

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