06 Juni 2018, 10:00
USA: Kirche begrüßt Supreme-Court-Urteil zu Gewissensfreiheit
 
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Chef des "Masterpiece Cakeshop" in Colorado darf gleichgeschlechtlichem Paar Hochzeitstorte verweigern

Washington (kath.net/KAP) Der Oberste Gerichtshof der USA hat dem Chef einer Großkonditorei in einem Shopping Center in Lakewood (Colorado) Recht gegeben, einem schwulen Paar aus religiösen Gründen eine Hochzeitstorte zu verweigern. Das zuständige Gericht im Bundesstaat Colorado habe in einem früheren Urteil die religiösen Überzeugungen von Jack Phillips nicht ausreichend berücksichtigt und Phillips eine neutrale Anhörung verwehrt, so die Höchstrichter. Die am Montag veröffentlichte Entscheidung des Supreme Court erfolgte mit 7 gegen 2 Stimmen. Die katholische Bischofskonferenz (USCCB) begrüßte das Urteil in einer Erklärung.

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Wörtlich betonte die USCCB: "Die heutige Entscheidung bestätigt, dass gläubige Menschen aufgrund von tief verwurzelten religiösen Überzeugungen nicht diskriminiert werden dürfen. Stattdessen müssen die Vertreter der bundesstaatlichen Regierungen auch die gläubigen Menschen respektieren. Dies gilt auch für einen kreativ tätigen Gewerbetreibenden wie Jack Phillips, dessen Absicht es ist, dem Herrn in jedem Aspekt seines Alltags dienen zu wollen. Denn in einer pluralistischen Gesellschaft wie der unseren erlaubt echte Toleranz Menschen mit unterschiedlichen Standpunkten frei zu sein und ihren Glauben zu leben, selbst wenn diese Überzeugungen bei der Regierung unpopulär sind."

Jack Phillips hatte 2012 einem homosexuellen Paar die Bestellung einer Hochzeitstorte unter Hinweis auf seine christlichen Glaubensüberzeugungen verweigert. Das Paar reichte Klage ein. Der Fall beschäftigte in der Vergangenheit bereits mehrere Gerichte.

Ein Berufungsgericht entschied im Jahr 2015, der Konditor habe mit seiner Weigerung gegen das Anti-Diskriminierungsverbot von Colorado verstoßen. Solange der Mann ein öffentliches Geschäft betreiben wolle, dürfe er nicht aufgrund der sexuellen Orientierung seiner Kunden eine Dienstleistung ablehnen. Die Äußerung seiner religiösen Ansichten sei dadurch nicht beeinträchtigt. Phillips ging daraufhin in Berufung.

Neben der US-Bischofskonferenz begrüßten auch mehrere NGOs für Menschenrechte/Religionsfreiheit die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs. "Die Feindseligkeit einer Regierung gegenüber gläubigen Menschen hat in unserer Gesellschaft keinen Platz, denn der Bundesstaat Colorado war offen ablehnend gegenüber Jack Phillips' religiösen Ansichten über die Ehe. Der Supreme Court hat das zu Recht verurteilt", sagte Kristen Waggoner, Senior Counsel der NGO "Allianz Defending Freedom" (ADF), die Phillips vertrat: "Toleranz und Respekt für unterschiedliche Meinungen, die aus Glaubensgründen motiviert sind, sind in einer Gesellschaft wie unserer unverzichtbar. Diese Entscheidung macht deutlich, dass die Regierung Phillips' Ansichten über die Ehe respektieren muss", betonte Waggoner gegenüber der Presseagentur "Catholic News Agency" (CNA).

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