28 Mai 2018, 13:00
Der Atem des Christen
 
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Franziskus in Santa Marta: die Freude des Christen besteht nicht darin, von einem Lachen zum anderen in einer Welt der ‚dolce vita’ zu taumeln. Sie ist Geschenk des Heiligen Geistes und gründet im Frieden. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Die Freude – sie „ist der Atem des Christen“, eine Freude aus wahrem Frieden, keine täuschenden Freude wie jene, die die heutige Kultur anbietet die „viele Dinge erfindet, um uns zu unterhalten, zahllose „Stückchen einer ‚dolce vita’“. In seiner Predigt bei der heiligen Messe im vatikanischen Gästehaus „Domus Sanctae Marthae“ am Montag der achten Woche im Jahreskreis kehrte Papst Franziskus darauf zurück, von einem der Züge zu sprechen, die den Christen auszeichnen: die Freude, trotz aller Prüfungen und Schwierigkeiten.

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Der Papst kommentierte die erste Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Petrus (1 Petr 1,3-9: „Ihr habt Jesus Christus nicht gesehen, und dennoch liebt ihr ihn; ihr glaubt an ihn und jubelt in unaussprechlicher Freude“) und das Tagesevangelium nach Markus (Mk 10,17-27), in dem von dem jungen Mann die Rede sei, der nicht auf seine eigenen Interessen zu verzichten vermöge. Der Papst unterstrich, dass ein wahrer Christ weder „betrübt“ noch „traurig“ sein könne. „Ein Mann und eine Frau der Freude zu sein“ bedeute, „ein Mann und eine Frau des Friedens zu sein, es bedeutet, ein Mann und eine Frau der Tröstung zu sein“:

„Die christliche Freude ist der Atem des Christen, ein Christ, der nicht freudig im Herzen ist, ist kein guter Christ. Die Freude – sie ist der Atem, die Art und Weise, wie sich ein Christ ausdrückt. Sie ist nicht etwas, das man sich kauft oder das einer eigenen Anstrengung entspringt, nein: sie ist eine Gabe des Heiligen Geistes. Wer die Freude im Herzen schafft, ist der Heilige Geist“.

Der feste Fels, auf dem die christliche Freude ruhe, sei das Gedächtnis. Wie dürften nämlich nicht vergessen, „was der Herr für uns getan hat, als er uns zu einem neuen Leben schuf“. Wie die Hoffnung auf das, was uns erwarte, die Begegnung mit dem Sohn Gottes. Hoffnung und Gedächtnis seien die beiden Komponenten, die es den Christen gestatteten, in der Freude zu leben, nicht in einer leeren, einfach nur heiteren Freude, sondern in einer Freude, deren „erster Grad“ der Friede sei:

„Die Freude besteht nicht darin, von einem Lachen zum anderen zu leben. Nein, das ist sie nicht. Freude heißt nicht, unterhaltsam zu sein. Nein, das ist es nicht. Die christliche Freude ist der Friede. Der Friede, der in der Wurzel liegt, der Friede des Herzens, der Friede, den allein Gott uns zu schenken vermag. Das ist die christliche Freude. Es ist nicht leicht, diese Freude zu bewahren“.

Die gegenwärtige Welt gebe sich leider mit einer „nicht freudigen Kultur“ zufrieden, mit „einer Kultur, wo viele Dinge zu unserer Unterhaltung erfunden werden“, viele „Stückchen der ‚dolce vita’“, die aber keine volle Zufriedenheit schenkten. Die Freude nämlich „ist nicht etwas, was man auf dem Markt kauft“, „sie ist eine Gabe der Heiligen Geistes“. Die Freude vibriere „auch im Moment der Verwirrung, im Moment der Prüfung“

„Es gibt eine gute Unruhe, doch da ist auch eine andere, die nicht gut ist, die Unruhe, überall Sicherheiten zu suchen, die Unruhe, überall Vergnügen zu suchen. Der junge Mann im Evangelium hatte Angst davor, dass er, wenn er seine Reichtümer aufgäbe, nicht glücklich gewesen wäre. Die Freude, die Tröstung: unser Atem als Christen“.

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