18 März 2018, 12:13
Die Dynamik des Weizenkorns
 
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Franziskus: ‚sehen’ - mit dem Blick auf das Kreuz. ‚Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht’. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) „Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht“: Angelus am fünften Fastensonntag, .

In seiner Ansprache vor dem traditionellen Mittagsgebet konzentrierte sich Papst Franziskus auf das Tagesevangelium (Joh 12,20-33). Die Szene spiele in Jerusalem, wo sich Jesus zum Paschafest aufhalte. Auch einige Griechen seien zu dieser Feier gekommen. Sie näherten sich Philippus, einem der zwölf Apostel, und sagten zu ihm: „Wir wollen Jesus sehen“(V. 21). Johannes betone diesen Ausdruck, der sich auf das Verb "sehen" konzentriere. Dieses beduete im Vokabular des Evangelisten „über den Schein hinausgehen“, um das Geheimnis einer Person zu begreifen.

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Die Reaktion Jesu sei überraschend. Er antworte nicht mit einem „Ja“ oder „Nein“, sondern er sag: „Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht wird“ (V. 23). Diese Worte, die auf den ersten Blick die Frage dieser Griechen zu ignorieren schienen, gäben tatsächlich die wahre Antwort, denn diejenigen, die Jesus kennenlernen wollten, „müssen in das Kreuz blicken, wo seine Herrlichkeit offenbar wird“.

Das heutige Evangelium lade uns ein, den Blick auf das Kreuz zu richten, das kein ornamentaler Gegenstand sei oder zur Kleidung gehöre, sondern ein religiöses Zeichen, das betrachtet und verstanden werden sollte. Das Bild des gekreuzigten Jesus offenbare das Geheimnis des Todes des Sohnes Gottes als den höchsten Akt der Liebe, die Quelle des Lebens und der Erlösung für die Menschheit aller Zeiten: "In seinen Wunden werden wir geheilt". Der Papst fragte: "Blicke ich auf das Geheimnis des entäußerten Sohnes Gottes?".

Um die Bedeutung seiner Auferstehung zu erklären, verwende Jesus ein Bild und sage: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht“ (V. 24). Er wolle deutlich machen, dass seine äußerste Geschichte – Kreuz, Tod und Auferstehung – ein Akt der Fruchtbarkeit sei, der für viele Früchte tragen werde. So vergleiche er sich mit dem Weizenkorn, das in der Erde verfaule und neues Leben erzeuge. Mit der Menschwerdung „kam Jesus auf die Erde. Aber das ist nicht genug: er muss auch sterben, um die Menschen von der Sklaverei der Sünde zu erlösen und ihnen ein neues Leben zu schenken, das in Liebe versöhnt ist“.

Diese Dynamik des Weizenkorns, vollbracht in Jesus, müsse auch in uns, seinen Jüngern verwirklicht werden: „Wir sind dazu berufen, das österliche Gesetz zu unserem zu machen, unser Leben zu verlieren, um es neu und ewig zu erhalten“. Dies bedeute, weniger an sich selbst zu denken, an persönliche Interessen, und zu „sehen“ zu verstehen und den Bedürfnissen unserer Nächsten, besonders der letzten, zu begegnen. Dies zu tun sei die echteste Weise, das Evangelium zu leben, die notwendige Grundlage dafür, dass unsere Gemeinschaften in Brüderlichkeit und gegenseitiger Annahme zu wüchsen: "Jesus von innen sehen, trete in seine Wunden ein und erfasse so seine Liebe zu allen Menschen".








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