09 März 2018, 11:15
Vorwurf an Franziskus: Verwirrung bewusst herbeigeführt
 
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Eine Änderung der pastoralen Praxis führe zu dem Resultat, dass die Glaubenslehre keine Rolle spiele, kritisiert Philip Lawler von Catholic World News.

Washington D.C. (kath.net/LSN/jg)
Papst Franziskus habe die Verwirrung in der Kirche bewusst herbeigeführt, damit die katholische Lehre „umgangen“ werden könne. Das sagte Philip Lawler, der Herausgeber von Catholic World News in einem Interview mit Raymond Arroyo für den katholischen Sender EWTN.

Er sei zu dieser Schlussfolgerung gekommen, als es während der Familiensynode zu Manipulationen gekommen und das nachsynodale Schreiben „Amoris laetitia“ unklar formuliert worden sei, sagte Lawler in der von Arroyo moderierten Sendung „The World Over“. „Das ist mehr als nur Unklarheit im Ausdruck“, sagte er wörtlich und fügte hinzu: „Das ist ein bewusster Versuch der Verwirrung.“

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Das Problem mit „Amoris laetitia“ sei die mehrdeutige Formulierung im Hinblick auf die eine Frage, die bei allen Synodenteilnehmern an erster Stelle stand, nämlich ob die Kirche ihre beständige Lehre, zivilrechtlich geschiedene Wiederverheiratete nicht zur Kommunion zuzulassen, ändern werde.

Nach der Synode und der Veröffentlichung von „Amoris laetitia“ sei der allgemeine Eindruck entstanden, die Lehre sei geändert worden, betonte Lawler. Die Bischöfe verschiedener Länder hätten die Exhortation unterschiedlich interpretiert. Die Gläubigen seien dabei alleine gelassen worden.

Würde die pastorale Praxis geändert, seien die Gläubigen der Ansicht, die Glaubenslehre spiele keine Rolle mehr, weil die „gelebte Lehre“ nicht mehr erkennbar sei. Das sei das gleiche Resultat wie eine ausdrückliche Änderung der kirchlichen Lehre, sagte Arroyo und Lawler stimmte ihm zu.

„Warum sonst sollte Papst Franziskus sich weigern, die ‚dubia’ zu beantworten – legitime Fragen von vier Kardinälen, die ihn um Klarheit bitten“, fragte Lawler und fuhr fort: „Außer wenn man die Absicht hat, diesen verschwommenen Bereich zu schaffen, in dem die Menschen die Lehre der Kirche umgehen können.“

In der Umgebung des Papstes gebe es Personen, die radikalere Ansichten als Franziskus vertreten würden. „Amoris laetitia“ widerspreche der überlieferten Lehre der Kirche nicht direkt, problematisch seien die Fußnoten, das was zwischen den Zeilen stehe, sagte Lawler.

Er kritisiere den Papst nicht gerne, betonte er. Zunächst sei er von Franziskus sogar begeistert gewesen. Doch in jeder Familie gebe es einen Punkt, an dem man den Vater damit konfrontieren müsse, dass er ein Problem habe. Vielleicht müsse man sogar intervenieren. „Wir brauchen eine Intervention“, sagte er wörtlich, ohne dies näher zu erläutern.

Die Kurienreform hingegen, für die Franziskus gewählt worden sei, ginge nicht voran, kritisierte Lawler. Die „alte Garde“ des Vatikan sitze fester im Sattel als vor fünf Jahren. Er rief die Katholiken auf, für den Papst zu beten.


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