27 Februar 2018, 07:00
Kluger und barmherziger Glaubenszeuge
 
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Er hat ungezählten Menschen das Tor zum Glauben geöffnet. Er ist ein leidenschaftlicher Seelsorger. Er ist ein Zeuge der Wahrheit. Zum 90. Geburtstag des emeritierten Kölner Weihbischofs Klaus Dick eine Würdigung von Martin Lohmann

Köln (kath.net) Geradlinig. Verlässlich. Treu. Humorvoll. Diejenigen, die ihn kennen, würden wohl noch viele andere gute Begriffe mit ihm verbinden können. Etwa, dass er die Theologie ebenso bis in Details kennt wie die Kirche. Vor allem aber kennt der emeritierte Weihbischof in Köln, Klaus Dick, die Menschen. Und zwar jeden Alters. Man kennt ihn als jemanden, der an jedem einzelnen interessiert ist, der in jedem Menschen mühelos dessen Berufung zur Gottesnähe entdecken und erkennen kann, der mit viel Einfühlungsvermögen dafür brennt, den Zugang zu Gottes Liebe und zu seiner Liturgie zu erschließen. Vor allem junge Leute suchen bis heute seine geistliche Begleitung, die helfende und verständnisvolle Wegweisung eines Seelsorgers, dessen ganzes Leben durchflutet ist von einem unbedingten Vertrauen auf den gerechten und barmherzigen himmlischen Vater und die geoffenbarte Klarheit seines göttlichen Sohnes.

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Das, was der bischöfliche Wahlspruch seines damaligen Erzbischofs Josef Frings war, der ihn vor 65 Jahren zum Priester weihte, lebt Klaus Dick: Pro hominibus constitutus – für die Menschen bestellt. Das ist er! Und ganz besonders lebt er auch jenen Wahlspruch, den er sich für seinen bischöflichen Dienst 1975 aussuchte: Obsecramus pro Christo – Wir bitten an Christi statt. Ungekürzt heißt das dem 2. Korintherbrief entnommene Wort: „Wir bitten an Christi statt: lasst euch mit Gott versöhnen“. Seine Liebe zu den Sakramenten und insbesondere zum Sakrament der Versöhnung wird zum Beispiel daran deutlich, dass Klaus Dick nach wie vor ein von vielen Menschen geschätzter Beichtvater ist. Vor den Hochfesten ist sein Terminkalender nach wie vor so gesehen voll. Jung und Alt suchen seinen Rat, seine Hilfe und den Trost für ein gelingendes Leben im schützenden Raum der göttlichen Barmherzigkeit.

Klaus Dick könnte auch als Apostel der Wahrheitsliebe bezeichnet werden. Sein luzider Geist scheint eine Seele zu spiegeln, die geradezu „beseelt“ ist von der Sehnsucht, in der Wahrheit zu bleiben und diese anderen weiterreichen zu dürfen. Der bischöfliche Wahlspruch seines vertrauten Freundes Joseph Ratzinger, mit dem er aus gemeinsamen Studienzeiten beim selben Doktorvater Gottlieb Söhngen eng verbunden ist, passt auch auf Klaus Dick: Cooperatores veritatis – Wir sind Mitarbeiter der Wahrheit. Das betrachtet er, dessen Seele geradezu „beseelt“ davon scheint, in der Wahrheit zu bleiben und diese in Christus gefundene Wahrheit anderen weiterreichen zu dürfen, als seine Berufung und Pflicht, der Klaus Dick ebenso selbstverständlich wie begeistert nachkommt. Sein priesterliches Leben durchzieht vor allem der zweite Teil seines bischöflichen Wahlspruchs: Er will die Menschen mit der göttlichen Wahrheit verbinden, sie mit Gottes Güte und Größe verbinden, sie mit Gott versöhnen (lassen). Hellwach. Treu. Klar.

Zu den Stationen des am 27. Februar 1928 in Köln-Ehrenfeld Geborenen gehören eine erste Seelsorgerstelle in Alfter-Oedekoven bei Bonn, München (wo er 1958 promoviert wurde), Direktor des Collegium Albertinum in Bonn, wo er viele Priesteramtskandidaten prägte, Studentenpfarrer in Bonn, Pfarrer in Bonn und in Wuppertal-Barmen – und schließlich Weihbischof in Köln. Neben Joseph Kardinal Höffner weihte ihn am 19. Mai 1975 auch der Alt-Erzbischof, Josef Kardinal Frings, zum Bischof und Titularbischof von Guzabeta. An der Hohen Domkirche zu Köln bekleidete er unter anderem von 1978 bis 2003 das Amt des Domdechanten, bevor er 2003 emeritiert wurde. Der Seelsorger, vor allem der geistliche Begleiter vieler junger Menschen, die seinen Rat und seine priesterliche Fürsorge suchen, ist nach wie vor keineswegs emeritiert. Im Gegenteil. Es ist wohl bei jemandem, der das Wort aus dem Johannesevangelium „Die Wahrheit wird euch frei machen“ so liebt und lebt, kein Wunder, dass Klaus Dick bis heute Menschen zum katholischen Glauben führt.

Christustreu und marienfromm. Diese Prägung ist spürbar und über für viele eine glaubwürdige Faszination aus. So gesehen ist der Priester und Bischof ein ansteckendes Vorbild. Es passt zu ihm, dass er sich zu seinem Eisernen Priesterjubiläum das „Magnificat“ von Johann Sebastian Bach gewünscht hatte. Zur Freude des Jubilars und seiner Gäste erklang dieses in einer eigenen Aufführung des Vokalensembles Kölner Dom in der Kölner Kirche Maria Himmelfahrt – mit Blick auf den wunderbaren Hochaltar. Der erkennbar beglückte Klaus Dick erinnerte anschließend daran, dass Papst Benedikt einmal gesagt habe, die Schönheit der Musik stamme aus der Begegnung mit der Wahrheit. Alles müsse und könne Danksagung sein, so Dick im Blick auf seinen priesterlichen Dienst. Das werde in diesem so wunderbar vom Leipziger Thomaskantor vertonten Magnificat besonders deutlich: „Denn schließlich ist das Magnificat von Maria, der Mutter Jesu, die Antwort auf die Gnade, die ihr zuteil wurde.“

Vermutlich liegt in dieser Dankbarkeit gegenüber Gottes Gnade und dem Vertrauen auf seine unverbrüchliche Treue der Schlüssel zur zufriedenen Klarheit eines Seelsorgers und Bischofs, dem unglaublich viele Menschen aus tiefstem Herzen dankbar sind für sein treues, kluges und barmherziges Glaubenszeugnis. DEO GRATIAS.

Kölner Weihbischof Klaus Dick




Eucharistischer Kongress 2013: Weihbischof Klaus Dick - Eucharistie im Leben und Denken des Seligen John Henry Newman - Vortrag




Foto Weihbischof Dick (c) Lohmann Media

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