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13 Februar 2018, 13:00
Die Umarmung mit Petrus

Franziskus feiert in Santa Marta die heilige Messe mit dem Patriarchen von Antiochia, Youssef Absi. Die Schönheit der Brüderlichkeit und der Gemeinschaft mit Petrus. Das Leid der verfolgten Christen. Von Armin Schwibach
Rom (kath.net/as) Eine besondere Messe in Santa Marta: an diesem Morgen feierte Papst Franziskus die Eucharistie zusammen mit dem Patriarchen von Antiochia, Youssef Absi, und den griechisch-melkitischen Katholiken, die anlässlich des Endes ihrer Synode im Libanon nach Rom gekommen waren.

Der Grund des Besuchs bestand im öffentlichen Erweis der kirchlichen Gemeinschaft, was besonders in der heutigen Messe zum Ausdruck kommen sollte. Der Papst hatte am 22. Juni 2017 diese Gemeinschaft dem neu gewählten Patriarchen gewährt. Bei der gestrigen Audienz für die Mitglieder der Synode hatte Franziskus in Erinnerung gerufen, dass nie wie in derartigen Momenten die Hirten dazu aufgerufen seien, vor dem Volk Gottes, das leide, Gemeinschaft, Einheit, Nähe, Solidarität, Transparenz und Zeugnis zu zeigen.

In seinen Grußworten ging der Papst erneut auf den Sinn und Wert dieser Gemeinschaft ein:

„Diese Messe mit unserem Bruder, dem Patriarchen Youssef, wird die ‚apostolica communio’ schaffen: er ist Vater einer Kirche, einer sehr alten Kirche, und er kommt, um Petrus zu umarmen, um zu sagen: ‚Ich bin in Gemeinschaft mit Petrus’. Darin liegt die Bedeutung der heutigen Zeremonie: in der Umarmung des Vaters einer Kirche mit Petrus. Einer reichen Kirche, mit ihrer eigenen Theologie innerhalb der katholischen Theologie, mit der eigenen wunderbaren Liturgie und mit einem Volk. In diesem Moment wird der Großteil dieses Volkes wie Jesus gekreuzigt. Wir bringen dieses Messopfer für das Volk dar, für das Volk, das leidet, für die im Nahen Osten verfolgten Christen, die ihr Leben hingeben, die Güter hingeben, Besitztümer, weil sie verjagt werden. Und wir bringen das Messopfer auch für unseren Bruder Youssef dar“.

Seinerseits brachte der Patriarch von Antiochia im Namen aller anwesenden Bischöfe dem Papst seine Dankbarkeit „für diese schöne Messe der Gemeinschaft“ zum Ausdruck. Der Patriarch gestand, wie er persönlich „aufgrund der brüderlichen Liebe, der Gesten der Brüderlichkeit und Solidarität“ gerührt sei, „die unsere Kirche im Verlauf dieser Messe gezeigt hat“. Abschließend erklärte er:

„Wir versprechen Ihnen, sie immer in unserem Herzen zu behalten, im Herzen von uns allen, des Klerus und der Gläubigen, und wir werden uns immer an dieses Ereignis erinnern, an diese historischen Augenblicke, an diesen Moment, dessen Schönheit ich nicht zu beschreiben vermag: diese Brüderlichkeit, diese Gemeinschaft, die alle Jünger Christi miteinander verbindet. Danke, Heiligkeit!“.

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