07 Februar 2018, 16:00
Der Herr sorgt für uns, gestern, heute und in Ewigkeit
 
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Prüfungen werden nie ausbleiben, wir sind noch nicht im Himmel, aber Jesus hat schon in der Vergangenheit gesorgt und wird es auch wieder tun - Die Jugendkolumne von kath.net von Alexandra Hartlieb

Linz (kath.net)
Ich erinnere mich noch sehr genau an den Morgen nach meiner mündlichen Matura. Als ich am Tag zuvor die letzte Prüfung hinter mir hatte, glücklich, dass ich es in Mathematik gerade so geschafft hatte, fuhr ich nach Hause und bereitete mit meiner Familie eine kleine Feier vor. Mein Bruder Nikolaus gratulierte mir mit einer Flasche Champagner, ich stolzierte mit Geschirr und Besteck durch Haus und Garten, während ich laut Händels Wassermusik hörte und er sah mich nur grinsend an und fragte: "Das ist dein Triumphmarsch, gel?"

Die Verwandten und meine beste Gymnasialfreundin Yasmin kamen und gemeinsam feierten wir ein ausgelassenes Fest. Es war vermutlich einer der glücklichsten Abende meines Lebens. Das große Zittern war vorbei, ich hatte die letzten Hürden meiner schulischen Laufbahn gemeistert und das Leben schien mir leichter als jemals zuvor. Ich fühlte mich frei, losgelöst von einer großen Angst und war Gott dankbar, dass er mich durch acht Jahre Gymnasium, die nicht immer einfach gewesen waren, geführt hatte.

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Als ich schließlich an dem besagten Morgen nach meiner mündlichen Matura aufwachte, war mein erster Gedanke: "Was mache ich jetzt mit meinem Leben?" Jetzt, mehr als vier Jahre später, kommt mir diese Frage in der damaligen Situation etwas lächerlich vor, denn ich wusste genau: Auf mich warten mehr als drei Monate Ferien, eine Maturareise nach Rom und schließlich das Theologiestudium in Salzburg. Trotzdem wusste ich in jenem Moment nicht so recht, was ich denken sollte, denn ein großer Lebensabschnitt lag hinter mir und wer kann schon wissen, ob einem das geplante Studium wirklich liegt?

Heute frage ich mich wieder: Was mache ich jetzt mit meinem Leben? Das Studium neigt sich langsam dem Ende zu und unausweichlich warten alte und neue Fragen auf mich. Der Unterschied zu damals ist, dass ich jetzt keine schnelle und einfache Antwort parat habe und das macht mir phasenweise panische Angst. Nicht mehr lange und ich muss mich für einen beruflichen Weg entscheiden, den ich bestenfalls einige Jahrzehnte meines Lebens gehen werde. Ich werde eine Wahl treffen müssen, ob ich in Salzburg bleibe oder zurück nach Kärnten gehe. Mein Freund plant dieses Jahr von Deutschland nach Österreich zu ziehen, aber wohin soll er, wenn ich noch gar nicht weiß, wo ich landen werde? Manchmal sehe ich mich mit so vielen unbeantworteten Fragen konfrontiert, dass ich weder aus, noch ein weiß und dann passiert es schnell, dass mein sonst so großes Vertrauen auf Gott sich plötzlich nicht mehr finden lässt.

Für mich selber habe ich aber mittlerweile einen Weg gefunden, gegen die Zukunftsangst anzukämpfen. Ich habe gemerkt: Es hilft darauf zu schauen, in welchen Situationen Gott im eigenen Leben schon geholfen hat, was er in der Schrift sagt und - am wichtigsten – zu beten.

Denn wenn ich ganz nüchtern auf die 23 Jahre meines Daseins schaue, dann wird mir schnell klar, dass es schon öfter Probleme gab, die wie riesige Berge vor mir schienen und durch die mich der Herr trotz Panik sicher geführt hat. Prüfungen werden nie ausbleiben, wir sind noch nicht im Himmel, aber Jesus hat schon in der Vergangenheit gesorgt und wird es auch wieder tun. Gott führt mein Leben, wie einen Zug auf Schienen. Ich kann die Schienen vor großen Kurven zwar nicht immer sehen, ich erkenne oft nicht, wie sie weiter verlaufen, aber ich kann mich darauf verlassen, dass sie da sind.

Mein emeritierter Kirchenrechtsprofessor hat uns Studenten immer wieder darauf hingewiesen, dass in der Schrift, 365 Mal dazu aufgerufen wird, sich nicht zu fürchten und dass wir uns deswegen keine großen Sorgen machen sollen. Im Buch Josua heißt es: „Habe ich dir nicht befohlen: Sei mutig und stark? Fürchte dich also nicht und hab keine Angst; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir bei allem, was du unternimmst.“ (Jos 1,9) Und spricht nicht der Herr durch den Propheten Jeremia? „Denn ich, ich kenne meine Pläne, die ich für euch habe - Spruch des Herrn -, Pläne des Heils und nicht des Unheils; denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben.“ (Jer 29,11)

Und im folgenden Vers sagt Gott: „Wenn ihr mich ruft, wenn ihr kommt und zu mir betet, so erhöre ich euch.“ (Jer 29,12)

Der Schlüssel ist also das Gebet. Mir geht es oft so, dass mich schon der Vorgang des Gebets innerlich ruhig macht, auch wenn ich nicht weiß, wie Gott es beantworten wird. Ich muss und musste auch lernen, meine Ohren vor Gott nicht zu verschließen, denn manchmal wollte er etwas, was ich nicht wollte. Letztendlich weiß aber der Herr am besten, was gut für uns ist. Wenn man auf ihn hört, wird das Leben gelingen und die Angst vor der Zukunft verweht im Wind. Der Herr sorgt für uns. Gestern, heute und in Ewigkeit.

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