05 Februar 2018, 13:00
Anbetung – in Stille – Höre und verzeih!
 
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Franziskus in Santa Marta: lehrt die Menschen anbeten! Der nackte Bund: ich liebe dich, du liebst mich. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Weitergehen, auch den Berg hinauf gehen, hin zum Gebet der Anbetung, eingedenk der Erwählung und des Bundes: so die Einladung von Papst Franziskus in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Montag der fünften Woche im Jahreskreis, Fest der heiligen Agatha. Die Betrachtungen des Papstes gingen von der ersten Lesung aus dem ersten Buch der Könige aus (1 Kön 8,1-7.9-13), in der berichtet wird, wie König Salomon das Volk zusammenruft, um zum Tempel hinaufzusteigen und die Bundeslade hinaufzubringen.

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Es sei dies ein Weg den Berg hinauf, der anders als in der Ebene nicht immer leicht sei. Ein Weg hinauf, um den Bund zu bringen, während dessen das Volk seine eigene Geschichte habe, „das Gedächtnis der Erwählung“. Es brachte zwei Tafeln aus nacktem Stein, wie sie dem Volk von Gott gegeben worden seien, „nicht wie dieses Volk es von den Schriftgelehrten gelernt hatte“, die sie „barockisiert“ hätten, das heißt: die sie mit vielen Vorschriften „barock“ gemacht hätten. „Der nackte Bund“, so der Papst: „ich liebe dich, du liebst mich“, das erste Gebot der Gottesliebe, das zweite Gebot der Nächstenliebe. In der Lade nämlich sei nichts anderes gewesen als diese beiden Tafeln aus Stein.

„Als dann die Priester aus dem Heiligtum traten, erfüllte die Wolke das Haus des Herrn. Sie konnten wegen der Wolke ihren Dienst nicht verrichten; denn die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus des Herrn“: so habe das Volk angebetet – „von den Opfern, die es auf dem Weg hinauf darbrachte hin zur Stille, zur Demütigung der Anbetung“. „Viele Male denke ich“, so Franziskus, „dass wir es unser Volk nicht lehren, anzubeten“:

„Ja, wir lehren es, zu beten, zu singen, Gott zu preisen, aber anbeten... Das Gebet der Anbetung, das Gebet, das uns entäußert, ohne uns zu vernichten: in der Entäußerung der Anbetung gibt es uns Adel und Größe. Und heute ergreife ich die Gelegenheit, um euch zusammen mit vielen in der jüngsten Zeit ernannten Pfarrer zu sagen: lehrt das Volk, in Stille anzubeten, anzubeten“.

Es sei notwendig, bereits jetzt das zu lernen, „was wir im Himmel tun werden: anbeten“. Doch dazu könnten wir allein mit dem Gedächtnis unserer Erwählung gelangen, mit dem Gedächtnis daran, in unserem Herzen eine Verheißung zu haben, die uns zum Gehen dränge. Mit dem Bund in der Hand und im Herzen. Und immer unterwegs sein: „ein schwieriger Weg, ein Weg, der aufwärts geht, aber unterwegs zur Anbetung".

Vor der Herrlichkeit Gottes gebreche es an Worten, man wisse nicht, was man sagen sollte, Wie in der Lesung vom morgigen Tag erzählt werde, könne Salomon nur zwei Worte hervorbringen: „Höre und verzeih!“.

Abschließend lud der Papst dazu ein, „in Stille mit unseren ganzen Geschichte anzubeten und zu bitten: höre und verzeih!“:

„Es wird uns heute gut tun, uns ein wenig Zeit für das Gebet zu nehmen, mit dem Gedächtnis bei unserem Weg, dem Gedächtnis der empfangenen Gnaden, dem Gedächtnis der Erwählung, der Verheißung, des Bundes, und so zu versuchen, hinaufzusteigen, hin zur Anbetung, und mitten in der Anbetung mit viel Demut nur dieses kleine Gebet zu sprechen: ‚Höre und verzeih!’“.

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