13 Dezember 2017, 07:30
Kapellari mahnt würdige Liturgie ein
 
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Grazer Bischof: Arme Kirche und feierliche Liturgie sind kein Gegensatz - Franziskaner zum Diakon geweiht

Graz (kath.net/pdg) Ein junger Mann stellt sich in den Dienst der Kirche: Am Vorabend des „Hochfestes der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“ hat der emeritierte Bischof von Graz-Seckau, Egon Kapellari, den Franziskaner Karl Maria Schnepps (29) zum Diakon geweiht. In der Franziskanerkirche in Graz formulierte Bischof Kapellari dabei auch mahnende Zwischentöne an die ganze Kirche: Arme Kirche und feierliche Liturgie sind kein Gegensatz.

Der Diakon stehe für einen in Freiheit übernommenen Dienst, der aus dieser Freiheit eine besondere Würde empfange, sagte Kapellari. Der studierte Theologe und Religionspädagoge Karl Maria Schnepps ist der jüngste Diakon in den Reihen der über 100 Franziskaner, die in 20 Niederlassungen in Österreich und Südtirol leben.

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Im Beisein des Ordensoberen der Franziskaner in Österreich, Provinzial P. Oliver Ruggenthaler, übergab Bischof Kapellari dem Neugeweihten in der Grazer Franziskanerkirche Stola und Evangeliar und weihte ihn durch Handauslegung zum Diakon. Das Gott ehrende und Menschen helfende Dienen sei grundsätzlich allen Christen aufgetragen, im Besonderen aber jenen, die eine leitende Aufgabe übernehmen, sagte Bischof Kapellari in seiner Predigt. Und der Bischof mahnte dazu, Kirche nicht auf Sozialarbeit zu reduzieren: Der heilige Stephanus als erster der Diakone sei zunächst ein „Mann der Caritas, ein Armenpfleger gewesen“: „Er wurde aber auch zum Prediger, der Christus so enthusiastisch und geisterfüllt verkündete, dass er von eifernden Anhängern des Glaubens Israels gesteinigt wurde. Wäre er nur Armenpfleger geblieben, hätte er vielleicht in einem Bett sterben können, aber sein Predigtdienst hat ihn zum Blutzeugen, zum ersten Märtyrer der Kirchengeschichte gemacht.“

In der katholischen Kirche ist das Diakonat die erste von drei Stufen des Weihesakramentes (neben dem Priester- und Bischofsdienst). Der Diakon assistiert dem Priester in der Messe, verkündet das Evangelium und predigt. Er spendet die Taufe, Kommunion oder Segnungen oder leitet Trauungen und Begräbnisfeiern.

Als Franziskaner stehe der Neugeweihte in der Tradition seines großen Ordensgründers, des heiligen Franziskus. „Er war nicht nur einer der wichtigsten Erneuerer der Kirche, er war auch Diakon“, sagte Bischof Kapellari und fügte: „Franziskus wollte, dass die Liturgie schön sei, und er bleibt so ein Korrektiv gegen manche heutige Verwahrlosung von Gestalt und Sprache der Liturgie“.

Der neugeweihte Diakon ist 29 Jahre alt und stammt aus Maisbirbaum in Niederösterreich (Bezirk Korneuburg). Auf den Namen Martin getauft, trat er 2009 in den Franziskanerorden ein und nahm den Ordensnamen Karl Maria an. Nach dem Noviziatsjahr in Brixen (Südtirol) studierte er in Graz Theologie und Religionspädagogik. Er absolvierte ein Auslandsjahr im Heiligen Land, feierte im September 2015 die Feierliche Profess und legte 2017 an der Karl-Franzens-Universität seine Diplomarbeit „Mehr als nur 30 Silberlinge“ vor, in der er die Bedeutung alttestamentlicher Texte für das Neue Testament untersuchte.

Über 100 Franziskaner leben und wirken in 20 Niederlassungen in Österreich: dazu gehören auch drei Klöster in Südtirol. Die Franziskaner arbeiten in Seelsorge, Schulen oder sozialen Einrichtungen.

Wie zur Zeit des heiligen Franziskus sei die Welt durch den Mangel an Güte, an Solidarität und an christlicher Liebe kalt geworden, meinte Bischof Kapellari am Donnerstag. Aber im Dunkel gebe es auch viel Licht, „viele Glutnester christlicher Liebe“. Das würden auch die Lehrschreiben von Papst Benedikt und Papst Franziskus verdeutlichen: „Im Horizont dieser großen Texte soll auch Dein Wirken als Diakon stehen und sich bewegen. Und das ist ein Horizont für uns alle“, sagte Bischof Kapellari.

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