08 Oktober 2017, 09:00
Kardinal Marx fordert neues Nachdenken über Christentum
 
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Marx warnt in Predigt bei der Weihe ständiger Diakone vor „Frömmigkeit, die nur äußerlich ist“. Es gelte, „beim Christentum nicht nur von Werten oder Traditionen zu sprechen – all das ergibt sich nur aus der Person Jesu von Nazareth“

München (kath.net/pem) Kardinal Reinhard Marx (Archivfoto) hat zu einem neuen Nachdenken über das Christentum aufgerufen und vor der „Gefahr einer Frömmigkeit, die nur äußerlich ist“, gewarnt. Es gelte, „beim Christentum nicht nur von Werten oder Traditionen zu sprechen – all das ergibt sich nur aus der Person Jesu von Nazareth“, sagte der Erzbischof von München und Freising am Samstag, 7. Oktober, im Münchner Liebfrauendom bei einem Gottesdienst, in dessen Rahmen er sechs Männer zu Diakonen weihte.

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Religion bleibe „ein Megathema des 21. Jahrhunderts – mit all den Herausforderungen, die sich damit verbinden“, so der Kardinal. Dabei braucht es nach Ansicht von Marx vor allem „eine wirklich neue Überlegung, wer wir sind in dem Konzert der Religionen und Weltanschauungen“. Der entscheidende Unterschied des Christentums liege in der „Person Jesu von Nazareth, der nicht einfach nur ein Prophet ist oder ein Religionsstifter, sondern in dem Gott sich selbst darstellt“, erklärte Kardinal Marx.

Christ zu werden bedeute, „Jesus nachzufolgen, bei Christus zu sein, sich immer wieder neu auf die Spur Jesu zu begeben – ein Prozess, der nie abgeschlossen ist“, betonte der Erzbischof. Auch die neuen Diakone rief er dazu auf, „Jesus nachzufolgen“: Es solle kein Tag vergehen, „ohne die Gemeinschaft mit Christus ins Wort gebracht zu haben, ohne mit ihm zu sprechen“. Christus nachzufolgen, heiße, „dort zu sein, wo Jesus ist – bei den Menschen, vor allem auch bei denen, die leiden, in Not sind, verzweifelt sind“. Und schließlich gelte es, so Marx, sich nicht von eigenen Gewohnheiten und Traditionen leiten zu lassen, sondern eine „Haltung des Hörens, des Sich-Öffnens“ einzunehmen und bereit zu sein, „sich überraschen zu lassen“.

Die neuen Diakone werden nach ihrer Weihe in Pfarreien des Erzbistums München und Freising eingesetzt. Günther Bacher (48), verheiratet und Vater dreier Kinder, lebt in München. Der Religionslehrer und Gehörlosenpädagoge wird hauptberuflicher Diakon im Pfarrverband Grünwald. Joachim Baumann (51), verheiratet und Vater dreier Kinder, ist Pastoralreferent und lebt in Miesbach. Er wird als hauptberuflicher Diakon im Pfarrverband Gaißach-Reichersbeuern arbeiten. Stefan von Drachenfels (35), verheirateter Vater zweier Kinder, lebt in München. Er ist Pädagoge und wird künftig als hauptberuflicher Diakon im Pfarrverband Partenkirchen-Farchant-Oberau eingesetzt. Danijel Juric (39) ist Mesner und wohnt mit seiner Frau und zwei Kindern in München. Der gebürtige Bosnier wird als hauptberuflicher Diakon im Pfarrverband Maria Ramersdorf-St. Pius wirken. Markus Kahler (51) lebt in Riedering, er ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Kahler arbeitet als Verwaltungsleiter und wird künftig als Diakon mit Zivilberuf im Pfarrverband Raubling eingesetzt. Sascha Miller (42) arbeitet bislang als Übersetzer. Der verheiratete Vater dreier Kinder wohnt in Maisach und soll künftig als hauptberuflicher Diakon in der Stadtkirche Germering tätig sein.

Im Erzbistum München und Freising sind mit den sechs Weihekandidaten insgesamt 287 Ständige Diakone tätig. 133 von ihnen wirken als hauptberufliche Diakone, 64 als Diakone mit Zivilberuf, 90 sind bereits im Ruhestand. 34 weitere Männer befinden sich derzeit in Ausbildung. Das Zweite Vatikanische Konzil hatte die Diakonenweihe in den 1960er Jahren als eigene Stufe des Weihesakramentes neben der Priester- und der Bischofsweihe erneuert. 1970 hatte Kardinal Julius Döpfner die ersten vier Männer für die Erzdiözese München und Freising geweiht. „Diakon“ ist das griechische Wort für „Diener“. Diakone widmen sich insbesondere dem Dienst am Menschen und der Sorge für in Not geratene, kranke und alte Menschen.

Archivfoto Kardinal Marx (c) Erzbistum München und Freising







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