24 September 2017, 12:10
Die Logik Gottes
 
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Franziskus: Gott will alle rufen, um für sein Reich zu arbeiten. Am Ende will er allen denselben Lohn geben, das heißt das Heil, das ewige Leben. Gott schließt keinen aus und will, dass ein jeder seine Fülle erreicht. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) „Bist du neidisch, weil ich zu anderen gütig bin?“: in seiner Ansprache vor dem sonntäglichen Mittagsgebet konzentrierte sich Papst Franziskus auf das Tagesevangelium (Mt 20,1-16) mit dem Gleichnis von den Tagelöhnern und dem nach menschlichen Gesichtspunkt „ungerechten Lohn“. Jesus erzähle dieses, um auf zwei Aspekte des Reiches Gottes aufmerksam zu machen: Gott will alle rufen, um für sein Reich zu arbeiten, und: am Ende will er allen denselben Lohn geben, das heißt das Heil, das ewige Leben.

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Der Gutsbesitzer, der Gott darstelle, suche zu verschiedenen Zeiten des Tages nach Arbeitern. Am Ende des Tages ordne er an, dass allen derselbe Lohn gegeben werde, worüber sich die als erste beschäftigten Arbeiter beschwerten. Der Herr aber erinnere sie, dass sie das empfangen hätten, was sie vereinbart hätten. Seine Großherzigkeit dürfe nicht zu Neid führen.

Tatsächlich diene diese „Ungerechtigkeit“ des Gutsbesitzers als Provokation, da Jesus nicht über das Problem der Arbeit und des gerechten Lohns sprechen wolle, sondern über das Reich Gottes. Die Botschaft laute: „Im Reich Gottes gibt es keine Arbeitslosen, alle sind berufen, ihren Teil zu tun. Und für alle wird es am Ende den Lohn geben, der der göttlichen und nicht der menschlichen Gerechtigkeit entstammt“: das Heil, das Jesus Christus mit seinem Tod und mit seiner Auferstehung erworben habe. Dieses Heil sei nicht „verdient“, sondern geschenkt, da „die Letzten die Ersten sein werden“.

Mit diesem Gleichnis wolle Jesus unsere Herzen für die Logik der Liebe des Vaters öffnen. Es gehe darum, sich von den Gedanken und Wegen Gottes erstaunen und faszinieren zu lassen. Das menschliche Denken sei oft von Egoismen und persönlichen Vorteilen gezeichnet. So seien unsere engen Wege nicht mit den weiten Wegen des Herrn vergleichbar. Er bringe Barmherzigkeit auf, vergebe umfangreich, sei voller Großherzigkeit und Güte, die er über einem jeden von uns ausgieße. Nur dies schenke dem Menschen die Fülle der Freude.

Jesus wolle uns den Blick des Vaters betrachten lassen: den Blick, der einen jeden sehe, der auf Arbeit warte. Er berufe sie dazu, in seinen Weinberg zu gehen. Dieser Blick sei voller Aufmerksamkeit und Wohlwollen, ein Blick, der rufe, der einlade, aufzustehen, sich auf den Weg zu machen, da er das Leben für einen jeden von uns wolle: ein volles, engagiertes Leben, das vor der Leere der Trägheit gerettet sei: „Gott schließt keinen aus und will, dass ein jeder seine Fülle erreicht“. Das sei die Liebe unseres Gottes, der Vater sei.








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