22 September 2017, 08:30
Irak: Sich mit dem Nachbarn versöhnen
 
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Inzwischen sind über 2500 christliche Familien in die Ninive-Ebene zurückgekehrt, das sind etwa 10.000 Einwohner

Karakosch (kath.net/KIN) Mit einer Prozession haben über 500 christliche Flüchtlingsfamilien ihre jüngste Rückkehr in die vom „Islamischen Staat“ (IS) zerstörte Stadt Karakosch, der größten christlichen Siedlung in der nordirakischen Ninive-Ebene, gefeiert. Begleitet von Sicherheitskräften in gepanzerten Fahrzeugen zogen die etwa 2500 Menschen mit Kreuzen und Olivenzweigen durch die Straßen.

Davor waren bereits mindestens 2000 geflüchtete Familien nach Karakosch zurückgekehrt. Das entspricht etwa 10 000 Einwohnern.

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Bis zum Ende des Monats werden weitere 500 Familien erwartet.

In einem Gottesdienst in der syrisch-katholischen Kirche im Zentrum von Karakosch rief der Priester und Nahost-Beauftragte des weltweiten katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“, Dr. Andrzej Halemba, die Christen dazu auf, denen zu vergeben, die sie aus ihren Häusern vertrieben und ihre Städte und Dörfer angegriffen haben. „Es sollte kein Hass in unseren Herzen sein. Wir sollten uns mit unserem Nachbarn versöhnen“, sagte er den Heimkehrern in dem Gotteshaus, das der IS entweiht und angezündet hatte. „Natürlich weinen wir angesichts der erlittenen Gewalt, doch wir sollten die Wut aus unseren Herzen entfernen.“ Im Anschluss an den Gottesdienst erhielt jede Familie einen Olivenbaum als Symbol für die Rückkehr zu ihren Wurzeln.

Weitere Olivenbäume wurden am selben Tag in der nahe gelegenen mehrheitlich syrisch-orthodoxen Stadt Bartella feierlich übergeben. Deren Erzbischof, Timothy Mosa Alshamany, dankte „Kirche in Not“ für die Organisation der Zeremonie und die großzügige Hilfe. „Es war eine wunderschöne Art, die Rückkehr in unsere Heimat zu begehen – in das Land, in das wir gehören“, sagte er.

„Kirche in Not“ beteiligt sich am Wiederaufbau von etwa 13 000 Gebäuden in einigen mehrheitlich christlichen Städten und Dörfern in der Ninive-Ebene, die während der Besetzung durch den IS von August 2014 bis Oktober 2016 zerstört wurden. Das Hilfswerk hat dafür ein Komitee ins Leben gerufen, in dem die syrisch-katholische, die chaldäisch-katholische und die syrisch-orthodoxe Kirche vertreten sind. Die Gesamtkosten für den Wiederaufbau betragen rund 250 Millionen US-Dollar.

Um das Überleben der christlichen Minderheit in einer der Ursprungsregionen des Christentums zu erhalten, bittet „Kirche in Not“ um Spenden:

Kirche in Not Deutschland

Kirche in Not Österreich

Kirche in Not Schweiz

Weitere Informationen zum Wiederaufbauprogramm der christlichen Kirchen im Irak unter dem Vorsitz von „Kirche in Not“ finden sich auf der englischsprachigen Website: www.nrciraq.org

Kirche in Not - Irak: Prozession heimkehrender christlicher Flüchtlingsfamilien in der irakischen Stadt Karakosch




Foto © Kirche in Not







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