25 August 2017, 10:00
Vatikanberater gegen ‚Absolutismus’ und ‚Tyrannei der Tradition’
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Theologie'
Der Umgang der Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen entspreche nicht der göttlichen Barmherzigkeit. Wer sich seiner Verantwortung und seines Versagens bewusst sei, solle zur ‚Medizin der Eucharistie’ zugelassen werden, sagt Timothy Radcliffe.

Brisbane (kath.net/LSN/jg)
Der Dominikanerpater Timothy Radcliffe hat den „Absolutismus“ in der Kirche und die „Tyrannei der Tradition auf Kosten der Kreativität“ im Hinblick auf Ehe, Scheidung und Kommunionempfang kritisiert. Radcliffe war von 1992 bis 2001 Generalmagister des Predigerordens und ist derzeit Konsultor des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden. Auf der Internetseite des Ordens ist eine Zusammenfassung eines Vortrages zu finden, den er im Mai dieses Jahres in Brisbane (Australien) gehalten hat.

Werbung
ninive 4


Er verglich die Situation mit der Kirche des dritten Jahrhunderts. Damals hätte die Kirche manche Mitglieder „für immer“ vom Empfang der Kommunion ausgeschlossen, bis ein Papst dies geändert habe. Katholiken, der Ehe zerbrochen sei, seien heute in der gleichen Lage, sagte Radcliffe. Die Kirche müsse heute wie der Papst im dritten Jahrhundert handeln und der Barmherzigkeit zum Durchbruch verhelfen, verlangte er.

Wen Geschiedene sich mit ihrer Verantwortung und ihrem Versagen konfrontieren, wenn sie bedenken, was sie getan haben, dann wäre es vielleicht das beste für sie, wenn sie zurück zur „Medizin der Eucharistie“ kommen würden, fasst der Artikel Radcliffes Ausführungen zusammen.

Dem Gewissen zu folgen heiße nicht einfach, in sich hinein zu hören und zu tun, was einem gefalle. „Wir sprechen über etwas in der Tradition der Kirche, das viel subtiler und schöner ist - sie hören die Stimme des Herrn, die in ihrem Herzen widerhallt“, sagte Radcliffe.

Oft sei es nur ein Flüstern, und es bedürfe der Hilfe „weiser Menschen“ um zu erkennen, was Gott sage. Die Heilige Schrift, das Wort Gottes führe uns zu Freiheit und Glück, selbst wenn wir auf dem Weg dahin stolpern, zitiert der Artikel aus dem Vortrag von Radcliffe.


Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!









kath.net ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.


Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram

meist kommentierte Artikel

Liebe Protestanten, nehmt den Glauben der Kirche wieder an! (66)

Wollte Papst Franziskus von den Missbrauchsskandalen ablenken? (33)

Irischer Premier will bei Papsttreffen Homosexualität propagieren (32)

Papst an Jugendliche: Klerikalismus Hauptproblem der Kirche (32)

Wenn ein 'Mariologe' gegen die Muttergottes kämpft (30)

Argentinischer Senat lehnt Tötung ungeborener Kinder ab (30)

USA: Bischof verbietet Kommunionfeiern in seinem Bistum (29)

BBC-Sendung: ‚Keine Jungen und Mädchen mehr’ (27)

Bericht: Kardinal Maradiaga beschützt schwule Seminaristen (27)

Kartenspielen in geweihter katholischer Kirche (25)

Deutscher Aberglaube: Behörde will Elfen, Zwerge und Trolle verjagen (24)

Migranten: Nicht die Ärmsten , sondern der Mittelstand kommt (22)

Nein zu einem „Humanismus der Nettigkeit“ (20)

Kardinal: Italiener sind nicht rassistisch, nur verängstigt (20)

Elfen auf der Autobahn - das Sommerloch hat zugeschlagen (20)