12 August 2017, 10:25
Syrisch-orthodoxer Patriarch: ‘Die Jugend ist die Kirche’
 
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Beim Suryoyo-Weltjugendtreffen im Libanon betonte der Patriarch Mar Ignatius Aphrem II., dass alles getan werden soll, um die östliche Kultur in der Kirche der Diaspora zu fördern - Ab 2018 eigenes Kirchen-TV.

Beirut (kath.net/ KAP)
Zum Vertrauen auf Jesus Christus inmitten aller Schwierigkeiten der Welt von heute hat der syrisch-orthodoxe Patriarch Mar Ignatius Aphrem II. die Jugend seiner weltweit präsenten Kirche aufgerufen. Beim Abschlussgottesdienst des Suryoyo-Weltjugendtreffens im Marienkloster im libanesischen Fatqa betonte der Patriarch am Fest der Verklärung Christi seine Freude über die Teilnahme von jugendlichen Delegierten aus 18 Nationen. "Die Jugend ist nicht die Zukunft der Kirche, sie ist die Kirche", betonte der Patriarch. Schon bei der Eröffnung des Weltjugendtreffens hatte er erklärt: "Wir werden weiterhin unsere östliche, orientalische Kultur in der Kirche der Diaspora fördern, wir werden weiterhin unsere Jugend ermutigen, auf das stolz zu sein, was sie ist."

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Im Anschluss nahm Mar Ignatius Aphrem II. den Facebook-Auftritt von "Radio Kifo", einem neu gegründeten syrisch-orthodoxen Jugendradio, in Betrieb. Eindringlich appellierte der Patriarch an die Jugendlichen, nicht nur die allgemeine Berufung des getauften Christen zu sehen, sondern auch die Berufung zum Priestertum oder zum monastischen Leben in Betracht zu ziehen.

Die jungen syrisch-orthodoxen Christen aus aller Welt präsentierten in Fatqa ihre Talente im Bereich wie Malerei, Musik, Schauspiel oder Poesie. Herzstück des Treffens waren aber "Geistliche Gespräche" sowie ein "Leadership"-Programm, bei dem es vor allem darum ging, den jungen Leuten zu vermitteln, wie sie inmitten der rasanten gesellschaftlichen Veränderungen Zeugen des Evangeliums sein können. An dem internationalen Jugendtreffen nahmen auch zahlreiche syrisch-orthodoxe Bischöfe aus dem Libanon, Syrien, dem Irak, Indien, Deutschland und den Niederlanden teil.

Ab 2018 eigenes Kirchen-TV

Der Syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien gehören nach Schätzungen bis zu 3,5 Millionen Gläubige an. Im Rahmen des Weltjugendtreffens wurden auch zwei Institutionen vorgestellt, auf die man im syrisch-orthodoxen Patriarchat große Hoffnungen setzt. Einerseits ging es um das Seminar St. Aphrem in Sednaya bei Damaskus, das nicht nur Priester, sondern auch kirchliche Laienmitarbeiter ausbildet. Andererseits wurde der neue TV-Kanal "Suboro TV" präsentiert. Der Sender, dessen Name auf aramäisch an die Verkündigung des Engels an Maria erinnert, soll seine Sendetätigkeit im kommenden Frühjahr aufnehmen. Die TV-Studios werden im Libanon und in Deutschland sein.

"Verfolgung und Assimilierung bedrohen unsere Existenz, weshalb wir eine neue Unterstützung brauchen, einen Kanal, der unser Volk mit seinen Programmen erleuchtet und eint", hieß es vor kurzem in der ersten offiziellen Ankündigung des Senders. Es gebe zwar bereits etliche TV-Sender, die den Erhalt der Sprache der Aramäer und ihrer Verbreitung dienten, jedoch verfolge jeder dieser Sender eine eigene "politische Linie", während "Suboro TV" als kirchlicher Sender nicht mit einer politischen Agenda in Verbindung gebracht werden solle, so die Verantwortlichen. Mission des neuen TV-Senders werde die Verbreitung des Evangeliums und der "Lehren der Väter der syrisch-orthodoxen Kirche" sein. Außerdem solle er "die Verständigung unter den Kulturen und den religiösen Dialog fördern".

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