17 Mai 2017, 12:31
Maria von Magdala – ‚Apostelin’ der neuen Hoffnung
 
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Franziskus: jeder Mensch ist eine Geschichte der Liebe, die Gott auf Erden schreibt. Die Revolution, die das Dasein eines jeden Menschen verwandelt, beginnt mit dem Namen, der im Garten des leeren Grabes widerhallt. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) „Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf Hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte“ (Joh 20, 15-18).

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Bei der Generalaudienz am Mittwoch der fünften Woche der Osterzeit setzte Papst Franziskus seine Katechesenreihe zur christlichen Hoffung fort und beschäftigte sich mit dem Thema: „Maria von Magdala - 'Apostelin' der Hoffnung“.

Nach dem Johannesevangelium habe Maria von Magdala als erste den auferstandenen Herrn Jesus gesehen. Sie sei sozusagen zur „Apostelin“ der neuen und größten Hoffnung, der Auferstehung, geworden. Ihr Besuch beim Grab am Ostermorgen sei ein Abbild der Treue vieler Frauen gewesen, die in Erinnerung an einen lieben Verstorbenen die Friedhöfe aufsuchten.

Das leere Grab habe sie zunächst nüchtern darauf schließen lassen, dass der Leichnam weggenommen worden sei, „und sie berichtete es den Aposteln“: ein Diebstahl des Leibes Jesu seitens Unbekannter, „während ganz Jerusalem schlief“.

Maria „ging dann nochmals zum Grab, doppelt schwer bedrückt wegen des Todes Jesu und dem unerklärlichen Verschwinden seines Leichnams“. Und da habe sie Gott auf unerwartete Weise überrascht.

Als Jesus sie mit Namen anspreche, erkenne sie den Herrn, „der lebt“. Diese erste Erscheinung des Auferstandenen geschehe ganz persönlich. Sie zeige uns den Gott, der uns Menschen kenne, sich unserer annehme und sich um unser Leben kümmere.

Es sei da jemand, der unser Leiden und unsere Enttäuschung sehe, der mit uns fühle, der uns beim Namen nenne: „Es ist dies ein Gesetz, das wir in vielen Seiten Evangeliums eingeschrieben finden. Um Jesus herum sind viele Menschen, die Gott suchen. Doch die wunderbarste Wirklichkeit besteht darin, dass sehr viel früher da vor allem Gott ist, der sich um unser Leben sorgt, der es erheben will, und um dies zu tun, ruft er uns beim Namen und erkennt das persönliche Antlitz eines jeden“.

„Maria“: die Revolution ihres Lebens, die Revolution, die das Dasein eines jeden Menschen verwandle, beginne mit dem Namen, der im Garten des leeren Grabes widerhalle. Jeder Mensch „ist eine Geschichte der Liebe, die Gott auf Erden schreibt“.

Jesus sei keiner, der sich an die Welt anpasst und toleriere, dass in ihr Tod, Traurigkeit, Hass, moralische Zerstörung der Personen andauere. Unser Gott sei nicht träge, sondern unser Gott "gestattet mir das Wort: ist ein Träumer: er träumt die Verwandlung der Welt, und er hat sie im Geheimnis der Auferstehung verwirklicht".

Wie bei Maria von Magdala sei das Leben jedes Christen in diese überströmende Freude hineingenommen: „Wir haben einen Gott an unserer Seite, der uns beim Namen nennt und aufrichtet, der durch seine Auferstehung uns und die Welt verwandelt“.


Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Von Herzen grüße ich die Brüder und Schwestern aus den Ländern deutscher Sprache. Gott lässt uns in den Mühen und Nöten des Lebens nicht allein. Der auferstandene Herr ruft uns wie Magdalena beim Namen und will, dass auch wir in unserer Lebenswelt zu Boten der österlichen Freude und Aposteln seiner Hoffnung werden. Dazu stärke euch der Heilige Geist mit seiner Gnade.









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