19 Februar 2017, 08:00
Einheitsübersetzung: E-Book und App geplant
 
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E-Book voraussichtlich ab April verfügbar, revidierter Online-Text auf der Website des Katholischen Bibelwerk und App folgen - Digitale Aufarbeitung liturgischer Texte Erleichterung für Blinde und Sehbehinderte

Wien (kath.net/KAP) Ab dem zweiten Quartal 2017 soll eine elektronische Fassung der neuen Einheitsübersetzung der Bibel in Form eines E-Books vorliegen; vorgesehen sei darüber hinaus eine frei zugängliche Online-Version auf der Homepage des deutschen Katholischen Bibelwerks, wie Geschäftsführer Joachim Traub gegenüber "Kathpress" mitteilte.

Das E-Book werde voraussichtlich ab kommenden April erhältlich sein. Bis zum Sommer soll der revidierte Bibeltext zudem online auf der Website des Bibelwerks (www.bibelwerk.de) verfügbar sein - die bisherige Einheitsübersetzung ist hier bereits kostenlos abrufbar.

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In der Planungsphase sei außerdem eine App, die ab Herbst verfügbar sein dürfte. Details zu den Features sind noch offen. Neben der technischen Programmierung, die sich anspruchsvoller darstelle als bei einem E-Book und entsprechend zeitintensiv sei, gelte es die Entwicklungskosten für die App zu klären. Dabei müsse der pastorale Auftrag mit kostendeckendem Arbeiten verbunden werden, so Traub. Ein Finanzierungsmodell wäre es, neben einer einfachen und kostenlose Version kostenpflichtige Zusatzfunktionen anzubieten. Ein ähnliches Modell wird bei gedruckten Bibelausgaben angewandt: Neben preisgünstigeren Ausgaben können teurere, aufwändiger gestaltete erworben werden.

Die im Dezember 2016 veröffentlichte neue Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift soll ab Advent 2018 - mit Beginn des neuen Lesejahres - verbindlich im Gottesdienst verwendet werden. Überarbeitet werden Messlektionare und Stundenbücher, nicht aber das erst vor wenigen Jahren neu herausgegebene Gotteslob, wie www.katholisch.de berichtete. Für die in den nächsten Jahren stattfindende Revision ist die Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet zuständig. Für die praktische Ausführung und den Vertrieb der neuen liturgischen Bücher verantwortlich ist eine internationale Verlegergemeinschaft, der unter anderem der Freiburger Herder-Verlag und das deutsche Katholische Bibelwerk angehören. Geplant sei auch eine digitale Veröffentlichung, wie www.katholisch.de berichtete.

Blindenorganisationen erfreut über digitalen Zugang zu liturgischen Büchern

Erfreut über barrierefreie Zugänge zu liturgischen Büchern zeigt sich Heinz Keller, Stellvertretender Vorsitzender des Blindenapostolats Österreich: Die Arbeitsgemeinschaft der katholischen Blindenvereinigungen im deutschen Sprachraum hat sich während ihrer Jahrestagung im Oktober 2016 in Brixen mit dem barrierefreien Zugang zu den verschiedenen liturgischen Dienste-Büchern für eine aktivere Mitfeier der Liturgie befasst und eine Resolution an die zuständigen Bischofskonferenzen und Verlage gerichtet, in der "einfache, offizielle und generelle Zugangsformen für alle Blinden und Sehbehinderten" gefordert werden. Die angeschriebenen österreichischen Bischöfe - Erzbischof Lackner als "Liturgiebischof" und Bischof Alois Schwarz als für die Behindertenpastoral Zuständiger - hätten sich umgehend positiv geäußert, so Keller.

Die elektronische Zugänglichkeit von Texten und Noten der offiziellen Ausgaben liturgischer Bücher ermögliche blinden und sehbehinderten Gläubigen - darunter Priester, Diakone, Ordensleute, Theologen, Gottesdienstleitende, Kirchenmusiker sowie anderen haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende - eine einfachere und intensivere Mitfeier der Liturgie, heißt es in der Resolutuion. Die digitale Aufarbeitung und der unkomplizierte Zugang zu den Texten sei für viele Blinde Voraussetzung, um auf ihren elektronischen Geräten - meist Computer mit angeschlossener "Braillezeile" oder Tonausgabe - arbeiten zu können.

[ Papst Benedikt XVI. hat bereits 2010 im nachsynodale Schreiben "Verbum Domini" gefordert, "jenen besondere Aufmerksamkeit zu widmen, die aufgrund ihrer persönlichen Verfassung Probleme haben, an der Liturgie tätig teilzunehmen, wie zum Beispiel die Blinden und die Gehörlosen". Trotz Anfragen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum zur Textbeschaffung aus liturgischen Büchern für eine aktive Mitfeier der Gottesdienste bzw. zur Übernahme eines liturgischen Dienstes - etwa als Kantor oder Lektor - habe es bislang keine offizielle Regelung zum unmittelbaren Zugang zu den offiziellen liturgischen Büchern für diesen Personenkreis gegeben.

In Österreich leben laut einer Befragung des Bundesministeriums für Soziales und Konsumentenschutz (2007-2008) rund 318.000 sehbehinderte Menschen (www.blindenverband.at). Nicht jeder stark Sehbehinderte und Blinde beherrscht die Blindenschrift, nicht jeder verfügt über einen Internetzugang oder ein Smartphone - dennoch sind viele PC-Nutzer dank der technischen Möglichkeiten der Sprach-, Braille- oder Großbildschirm-Unterstützung.

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