22 Februar 2017, 06:00
Kathedra Petri
 
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Auf sein Bekenntnis hin nennt Jesus den schwachen Menschen Petrus den Felsen, auf den Er die Kirche bauen will. kath.net-Beitrag von Claudia Sperlich

Vatikan (kath.net/cs) Am 22. Februar feiern wir Kathedra Petri, volkstümlich Petri Stuhlfeier.

Kathedra bedeutet im Griechischen den Stuhl, von dem aus der Lehrer spricht. Später wird es zur Bezeichnung des Bischofsstuhls (und damit eine Mahnung an alle Bischöfe, dass zu ihrem Amt die Weitergabe und Reinhaltung der kirchlichen Lehre gehört).

Ursprung des Festes ist ein Dialog zwischen Jesus und Petrus:

Als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte Er seine Jünger: „Für wen halten die Leute den Menschensohn?“
Sie sagten: „Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten.“ Da sagte Er zu ihnen: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“

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Simon Petrus antwortete: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!“
Jesus sagte zu ihm: „Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.“ (Mt. 16,13-19)


Diesem Abschnitt zufolge wurde viel über Jesus geredet, und in sehr respektvollem Ton. Er wurde während Seines Erdenlebens für einen Auferstandenen gehalten – und zwar einen mit großer Bedeutung. Allein der impulsive und liebevolle Petrus bekennt: Jesus ist ein anderer, ist mehr, ist größer, ist der, auf den Israel schon so lange gewartet hat, der Messias und Gottessohn. Und auf dies Bekenntnis hin nennt Jesus den schwachen Menschen Petrus den Felsen, auf den Er die Kirche bauen will.

Jesaja nennt Gott einen „Fels in Ewigkeit“. In Ps. 118 heißt es: „Der Stein, den die Bauleute verwarfen, er ist zum Eckstein geworden. Das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen geschah dieses Wunder“ – dies esWort bezieht Jesus auf sich. Die Kirche ist Seine Gründung, und als Fundament und ersten Bevollmächtigten nutzt er ausgerechnet den Menschen, der Ihn kurz darauf erst gewaltsam zu befreien versucht und dann verleugnet. Denn Jesus weiß, zu wie tiefer Reue und zu wie großer Liebe dieser Mensch fähig ist. Genau dieser Mensch bekommt die Schlüsselgewalt der Kirche, den Auftrag, verbindlich für sie zu sprechen und zu handeln, und bekommt zugleich die Zusage, dass die Kirche himmlisch und ewig ist, und dass keine finsteren Mächte sie zerstören können.

Damit ist zugleich klar, dass dies Amt bis zur Wiederkunft des Herrn in der apostolischen Sukzession weitergeben werden muss. Die Kirche muss verbindlich reden, muss binden und lösen im Namen Jesu Christi, um Seinen in Cäsarea Philippi gegebenen Auftrag auf der ganzen Welt zu erfüllen.

Was nun ist mit dem Binden und Lösen gemeint?

Zunächst fallen mir die Sakramente ein. Die Taufe löst aus Schuld und bindet uns an Jesus Christus und die Kirche. Die Firmung bestätigt diese Bindung. Die Ehe bindet Menschen unauflöslich aneinander, und das Paar gibt sich mit der Eheschließung ausdrücklich in Gottes Hand. In der Weihe gibt ein Mensch sich ganz in Gottes Dienst. In der Eucharistie liefert Gott selbst sich aus, im Kommunionempfang geschieht eine unvergleichliche Bindung zwischen Gott und Mensch. Schuld wird gelöst – und der Mensch aus Schuldverstrickung erlöst – im Sakrament der Versöhnung. (Absolution ist das lateinische Wort für Loslösung.) Die Krankensalbung löst die Krankheit im medizinischen Sinne nur in sehr seltenen Fällen, aber sie ist darauf ausgerichtet, den Kranken aus dem Leidenszustand zu erlösen. Bei allen Sakramenten geht es darum, den Menschen an Gott zu binden und von Widergöttlichem zu lösen.

Aber das Wort vom „binden und lösen“ kann man nicht nur auf die Sakramente beziehen. Die Kirche ist als solche an Gott gebunden und von der Welt gelöst, und was ein Nachfolger Petri ex cathedra sagt, ist und bleibt verbindlich. Das ist keine menschliche Anmaßung, sondern ein klares Bekenntnis zu Jesu Wort. Papst Pius IX. formulierte diesen Grundsatz in der dogmatischen Konstitution Pastor Æternus 1870 so:

„Wenn der Römische Papst in höchster Lehrgewalt (ex cathedra) spricht, das heißt: wenn er seines Amtes als Hirt und Lehrer aller Christen waltend in höchster apostolischer Amtsgewalt endgültig entscheidet, eine Lehre über Glauben oder Sitten sei von der ganzen Kirche festzuhalten, so besitzt er aufgrund des göttlichen Beistandes, der ihm im heiligen Petrus verheißen ist, jene Unfehlbarkeit, mit der der göttliche Erlöser seine Kirche bei endgültigen Entscheidungen in Glaubens- und Sittenlehren ausgerüstet haben wollte. Diese endgültigen Entscheidungen des Römischen Papstes sind daher aus sich und nicht aufgrund der Zustimmung der Kirche unabänderlich.“

Die hohe Autorität, die der Herr dem Petrus verliehen hat, wird mit dieser Konstitution bestätigt – das heißt, die Lehre von der päpstlichen Unfehlbarkeit ist nichts weiter als ein Ja zu den Worten Jesu.

Wir feiern mit Kathedra Petri, dass Gott uns die Kirche und das Papstamt geschenkt hat. Es ist gut, wenn wir uns an diesem Tag folgendes besonders bewusst machen:

Binden und Lösen – Verbindlichkeit und Befreiung – sind kirchliche Angelegenheiten. Weil aber Gott in der Gestalt Jesu Christi die Kirche gegründet hat, sind sie göttliche Angelegenheiten, mit denen Diener der Kirche betraut sind.

Die Kirche hält auf dem Fundament des Heiligen Petrus, weil Jesus Herr ist und weil Er sie als Eckstein stützt, auch wenn sie in den Grundfesten zu wanken scheint und wenn die Mächte der Unterwelt sie ganz offensichtlich hart bedrängen.

Menschenwerke werden all' vergehn.
Ewig, ewig bleibt das Kreuz bestehn.
Und die Kirche Gottes wird nicht untergehn.







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