12 Oktober 2016, 16:58
Aufarbeitungsgremium zu Missbrauchsfällen bei Regensburger Domspatzen
 
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Regensburger Bischof Voderholzer: „Unser Ziel war es von Beginn an, eine gerechte Lösung für die Betroffenen der Missbrauchsfälle bei den Regensburger Domspatzen zu finden.“

Regensburg (kath.net/pbr) „Unser Ziel war es von Beginn an, eine gerechte Lösung für die Betroffenen der Missbrauchsfälle bei den Regensburger Domspatzen zu finden. Das ist aus meiner Sicht innerhalb von acht Monaten sehr gut gelungen“, sagte Regensburgs Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Mittwoch auf einer Pressekonferenz des Aufarbeitungsgremiums in der Continental-Arena in Regensburg. „In Gesprächen mit Vertretern von Betroffenen haben wir ein Vier-Säulen-Konzept im Aufarbeitungsgremium entwickelt, das wir nun in einem ersten Zwischenbericht der Öffentlichkeit vorstellen können.“

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Dieses Konzept für die Betroffenen beinhaltet konkret das Angebot einer unabhängigen Anlaufstelle mit therapeutischer Hilfeleistung, eine soziologische und historische Studie und monetäre Anerkennungsleistung. „Wir haben als Vorbild Kloster Ettal gewählt. Wie in Ettal wird ein Anerkennungsgremium die einzelnen Anträge begutachten und bei Ausschluss des Rechtsweges darüber entscheiden, welche monetäre Anerkennungsleistung gezahlt wird. Die Zahlungen liegen je nach Schwere der Fälle zwischen 5000 und 20 000 Euro“, sagte Rainer Schinko, Internatsdirektor der Regensburger Domspatzen. Das Anerkennungsgremium soll besetzt werden mit dem Regensburger Anwalt Ulrich Weber, Professorin Dipl. Päd. Barbara (OTH Regensburg) Seidenstücker sowie Professor Dr. jur. Dipl. Sozialpädagoge Knud Hein (FH Darmstadt).

Die angebotene unabhängige Anlaufstelle MIM in München hat Ihre Arbeit bereits am 4. Oktober 2016 aufgenommen. Der Vertrag zwischen Bistum und MIM wurde für zwei Jahre abgeschlossen Die Betroffenen wurden über das Angebot mit einem Schreiben vorab informiert. Die vorgesehenen Studien werden zum einen an die Kriminologische Zentralstelle e.V (KrimZ) mit Sitz in Wiesbaden vergeben, zum anderen an den Lehrstuhl von Professor Dr. Bernhard Löffler (Universität Regensburg), der die historische Einordnung übernehmen wird. Die Fertigstellung der beiden Studien dauert ca. zwei Jahre.

Alexander Probst, Mitglied im Aufarbeitungsgremium, ergänzte: „Wir hatten zu Beginn der Verhandlungen klare Forderungen. Dabei ging es unter anderem um Therapiemöglichkeiten, Studie und monetäre Anerkennungs-Leistung, um teilweise traumatisierten Betroffenen zu helfen.“

Peter Schmitt, Mitglied im Aufarbeitungsgremium, sagte: „Nach Jahren des Stillstands haben wir innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums eine Lösung gefunden, die von allen Beteiligten gemeinsam getragen wird. Ein besonderes Zeichen war es für die Betroffenen, dass Bischof Dr. Rudolf Voderholzer an allen Sitzungen teilgenommen hat und zu jeder Zeit an einer gerechten Gesamtlösung interessiert war. Jetzt gilt es, die Beschlüsse umzusetzen.“

Im Januar hatte Rechtsanwalt Ulrich Weber, der vom Bistum Regensburg beauftragt wurde, die Missbrauchsfälle bei den Domspatzen aufzuklären, von 231 Opfer-Meldungen körperlicher Gewalt und 62 sexueller Gewalt gesprochen in der Vorschule Etterzhausen, der Vorschule Pielenhofen sowie dem Internat in Regensburg. Seitdem sind 129 Opfer-Meldungen körperlicher Gewalt – davon drei körperlicher und sexueller Gewalt - hinzugekommen. Bei den 422 Opfer-Meldungen handelt es sich um den Zeitraum 1945 bis Anfang der 90er Jahre. Die detaillierten Zahlen veröffentlicht Weber Anfang 2017 in seinem Abschlussbericht.

Phoenix - Missbrauchsfälle bei den Regensburger Domspatzen: Statement von Bischof Voderholzer in der Pressekonferenz am 12.10.2016 in voller Länge









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