04 September 2015, 11:30
Amnesty International macht einen 'historischen Fehler'
 
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Ex-Prostituierte kritisiert Bestrebungen zur Legalisierung von käuflichem Sex

New York (kath.net/idea) Scharfe Kritik am Einsatz der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) für eine weltweite Legalisierung der Prostitution übt eine ehemalige Prostituierte. Die irische Autorin Rachel Moran hält diese Pläne für einen „historischen Fehler“, wie sie in der Zeitung New York Times schreibt. Sie selbst ist im Alter von 15 Jahren von einem jungen Mann in die Prostitution gebracht worden, als sie auf der Straße lebte, weil ihr Vater Selbstmord begangen hatte und ihre Mutter psychisch krank war. Sieben Jahre lang sei sie „verkauft und gekauft“ worden. Mit Kokain habe sie ihren Schmerz betäubt. Moran lehnt den Begriff „Sex-Arbeit“ ab; Prostitution habe meist nichts mit einer sonst üblichen Erwerbsarbeit zu tun. Vielmehr sei sie ausgebeutet worden – sowohl von Zuhältern wie von Freiern. Frauen, die sich aus freien Stücken prostituieren, seien eine kleine Minderheit – meist weiße, westliche Frauen aus der Mittelschicht, die in Begleitagenturen arbeiten. Sie hätten wenig gemein mit der weltweiten Mehrheit der Prostituierten.

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Entkriminalisierung ist nicht fortschrittlich

Laut Moran ist die Bewegung, die den Sexhandel entkriminalisieren will, nicht fortschrittlich. Vielmehr werde dies dazu führen, dass Männer einen gesetzlichen Anspruch hätten, sich Sex zu kaufen. Eine Entkriminalisierung der Zuhälterei werde niemanden schützen außer die Zuhälter. Auch die Erfahrungen in Ländern, in denen Prostitution zugelassen ist, sprächen gegen eine weltweite Ausdehnung. In Deutschland, wo Prostitution im Jahr 2002 entkriminalisiert wurde, sei das „älteste Gewerbe“ seither gewachsen wie nie zuvor. Nach Schätzungen kauften sich täglich rund eine Million Männer Sex von 450.000 Frauen und Mädchen. Sex-Touristen frequentierten „Mega-Bordelle“. Ähnliche Erfahrungen hätten die Niederlande und Neuseeland gemacht.

Prostituierte schützen, Freier abschrecken

Hingegen sei ein anderes Vorgehen, das in Schweden, Norwegen, Island und Kanada praktiziert werde, sehr erfolgreich. Dort sei der „Verkauf“ von Sex zwar legal, aber der Kauf verboten. Deshalb könnten Frauen Hilfe von Behörden bekommen, während das Strafgesetz die Freier abschrecke. AI wolle nach eigenen Angaben den Sex-Handel von „Gewalt, Betrug und Zwang“ befreien. Aber das sei aus ihrer Erfahrung unmöglich, so Moran. Im Herbst soll die Empfehlung des Internationalen Rates von AI, für die sich die Mehrheit der rund 400 Delegierten aus 70 Ländern ausgesprochen hatte, vom Vorstand der Menschenrechtsorganisation beschlossen werden. Viele Mitglieder seien sich aber inzwischen bewusst, dass die Glaubwürdigkeit und Integrität von AI auf dem Spiel stehe. Es sei noch nicht zu spät, um diese „verheerende“ Entwicklung zu stoppen, betont Moran.







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